Ein anderes Verständnis

Berühmtheit bedeutet keineswegs Weisheit, Christentum keineswegs Nächstenliebe. Das macht Peter Hahne mit seinem Auftritt in der Elia-Kirchengemeinde deutlich. Während die Predigt für christliche Werte werben wollte, spricht Hahne immer wieder über den „Blödsinn des Genderns“ oder die für ihn vermeintliche Tatsache, Gott hätte eben „nur Mann und Frau geschaffen“ - kein Raum also für Homo-, Trans- oder Intersexualität. Als Zuschauerin bleibt bei fortschreitend wachsender Menschenfeindlichkeit am Ende der Predigt die Frage, ob Hahne in seiner anstehenden Pension wohl eine Karriere bei der AfD anstrebe.
So hebelt er in gerade mal zehn Minuten die Grundfeste der Toleranz, des Feminismus und der Weltoffenheit aus – und argumentiert mit einem 'Gott', der seine Liebe angeblich nach Geschlechtlichkeit an die Menschen verteilt - oder noch besser nach Hahnes ganz persönlichem Empfinden, wer diese Liebe verdient hätte. In seiner Selbstdefinition als Christ stehen im Zentrum seines Handelns so am Ende weder Glauben noch christliche Werte – sondern Konservativismus und politisches Kalkül. Ein Großstadtmoderator erzählt - aus seiner scheinbar eher kleinen Welt.

Lea Schweckendiek