Ein Einstieg in den Ausstieg?

Pastor der Elisabethkirche, Thorsten Kröncke: Der Titel: dienstältester Pastor, ist aus seiner Sicht nicht sehr schmeichelhaft, geht er doch jetzt an ihn und seine Frau über. (Foto: D. Lange)

Marieta Blumenau ist Langenhagens dienstälteste Pastorin

Langenhagen (dl). Nachdem im Februar bereits die Pastorin Isabell Schulz-Grave ihren seelsorgerischen Dienst in der Emmauskirche gekündigt hatte, um künftig in der Erwachsenen-Bildung tätig zu sein, wurde nun auch Marieta Blumenau, mit 24 Jahren Amtszeit Langenhagens dienstälteste Pastorin, von ihrer Emmaus-Gemeinde verabschiedet. Und damit die Gemeinde nicht ganz ohne Pastoren dasteht, wird die Vakanzvertretung bis auf weiteres von Pastor Dieter-Rudolf Rodekohr übernommen. Die Stellen für die Neubesetzung sind zwar ausgeschrieben, entschieden ist aber noch nichts. Vor allem mit Blick auf ihren künftigen Ruhestand wird Marieta Blumenau demnächst eine ähnliche Springerstelle im Kirchenkreis Peine übernehmen, „wenn Not an der Frau ist“, wie sie sagt. Dazu kommen Aufgaben in der seelsorgerischen Arbeit in Altenheimen. Ihre berufliche Neuorientierung ist für die Pastorin aber gleichzeitig auch mit einem Umzug nach Hannover verbunden und zwar sobald das neuerworbene Reihenhaus in Mittelfeld bezugsfertig ist. Die eine Hälfte des Hauses hatte Marieta Blumenau von ihrer Mutter geerbt, die andere hatte sie zur Erweiterung dazu gekauft. In den 24 Jahren in der Emmausgemeinde setzte sie ihre besonderen Akzente unter anderem in der Konfirmandenarbeit und in der Kindertagesstätte und war Mitbegründerin des Vereins „Gemeinsam Leben in Langenhagen“. Als Mitglied der Diakonie ist der Verein insbesondere in der Flüchtlingsarbeit aktiv. Der gesellschaftliche Wandel, der im Laufe ihrer langen Amtszeit stattgefunden habe, sei unter anderem auch in den Kirchengemeinden spürbar geworden, stellte sie fest. Beispielsweise habe das persönliche Engagement in der Gemeinde gerade der jungen Mütter aufgrund beruflicher Belastungen und Anforderungen nachgelassen. „Früher konnten sich die Mütter noch eine längere Auszeit vom Beruf leisten als heute“. Auch die seelsorgerische Arbeit habe sich gewandelt. „Ich habe den Eindruck, dass insbesondere die älteren Menschen lieber von der Pastorin oder dem Pastor zuhause besucht werden möchten, anstatt selbst den Weg in die Kirche zu finden“, sagt Marieta Blumenau. Um den Beginn ihrer Amtszeit vor 24 Jahren rankt sich noch eine eigene, kleine Geschichte. Nach ihrem Bewerbungsgespräch mit dem damaligen Superintendenten besichtigte sie zunächst ein wenig das Viertel und war geradezu erschrocken vom Lärm der Autobahn neben der Kirche, welcher aufgrund einer ausgeprägten Ostwindlage wohl besonders laut gewesen sein musste. Später aber stellte sie erleichtert fest, dass im Innern der Kirche davon nichts mehr zu hören war. Heute hat sie sich, wie alle anderen auch, an das Geräusch gewöhnt.