Ein Etikett ohne Konzept?

Eltern sehen Ganztagsschule für Kaltenweide kritisch

Kaltenweide (ok). Für den Altenhorster Domenic Veltrup ist die Ganztagsschule ein Etikett ohne Konzept. Das machte er in der Einwohnerfragestunde der jüngsten Ortsratssitzung in Kaltenweide deutlich. Es werde nicht auf die Bedürfnisse der Eltern und Kinder eingegangen, eine optimales Konzept mit Spezialisten und Kinderpsychologen sei nicht zu sehen. Veltrup: "Wir zäumen das Pferd von hinten auf, zunächst muss doch erst einmal ein Konzept vorliegen." Sämtliche Optionen sollen nach Auskunft der ersten Stsdträtin Monika Gotzes-Karrasch geprüft werden, auch ein zweigeschossiger Neubau im Altbautrakt, wie ihn die CDU ins Spiel gebracht hat. Einen Änderungsantrag, der in der nächsten Sitzung des Kaltenweider Ortsrates am 7. Juni diskutiert werden soll, haben jetzt SPD und Grüne eingebracht, wollen Nägel mit Köpfen machen. Die Eckpunkte: Die Hortgruppen sollen ins Kinderhaus; auf dem Gelände des ehemaligen NP-Marktes wird bis zum Jahr 2018 ein neues Feuerwehrhaus errichtet. Dort, wo das alte Feuerwehrhaus stand, soll ein zusätzliches Schulgebäude mit Mensa, Ruheräumen, Freizeitbereich, zusätzlichen Sanitärräumen sowie Ruhe- und Projekträumen. Die derzeitige Mensa soll dann zu Gruppen- oder Differenzierungsräumen umgebaut werden. Zwischen den Gebäuden sollen keine Autos mehr fahren. Die Schulleitung soll in die Planung mit eingebunden werden; Schulleiterin Ursula Starker hatte ja schon die Idee einer teilgebundenen Ganztagsschule ins Spiel gebracht. Bis zum Ende des Schuljahres 2016/17 soll dann ein Konzept vorliegen. Hintergrund des Antrags: SPD und Grüne gehen davon aus, dass die Schülerzahlen bis 2021 noch ansteigen werden, das Betreuungsangebot nicht ausreichen werde. Die Hortgruppen sollen solange parallel weiterlaufen, bis die Nachfrage nach Hortplätzen zurückgeht. Ein Argument, dass die anwesenden Eltern in der Ortsratssitzung nicht nachvollziehen konnten. Für sie gibt es keine Alternative zum Hort; sie wünschen sich vor allen Dingen eine gewisse Wahlfreiheit und Flexibilität, wie ihre Kinder den Nachmittag verbringen sollen, keine allzu starren Strukturen.