„Ein fantastischer Wettbewerb“

Seit zwei Jahrzehnten ihr Arbeitsplatz: Bärbel Stielow präsentiert ihre Worldchampion-Medaille in der SCL-Geschäftstselle an der Leibnizstraße. Foto: K. Raap

Bärbel Stielow glänzte bei der Triathlon-Weltmeisterschaft in Florida

Langenhagen (kr). Einen außergewöhnlichen Erfolg verbuchte Bärbel Stielow vom SC Langenhagen bei den Triathlon-Weltmeisterschaften in Clearwater in den USA. Auf der Mitteldistanz dieser Ironman-Championships belegte sie in der Altersklasse 55 plus einen überragenden 14. Platz. „Diesen fantastischen Wettberb mit diesem tollen Publikum werde ich nie vergessen. Die ganze  Quälerei hat sich mehr als gelohnt“, – diese euphorische Aussage machte die 56-Jährige wenige Stunden nach ihrer Rückkehr aus den USA in einem Gespräch mit dem Langenhagener ECHO.
Für den Wettbewerb in Florida konnte sich die Langenhagenerin nicht einfach anmelden, sie musste zunächst einen knochenharten Qualifikations-Wettbewerb überstehen. Im östererreichischen St. Pölten schaffte sie das im Mai dieses Jahres mit Bravour. Als Siegerin dieser Ausscheidung erhielt sie die Startgenehmigung für Clearwater neben nur vier weiteren Europäerinnen.  Hinter dem Begriff  „Mitteldistanz“ verbirgt sich übrigens ein Programm, das es in sich hat: Es beinhaltet 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21,1 Kilometer Laufen. Die SCLerin schaffte das alles in in überaus respektablen 6:11:59 Stunden.
Den Auftakt machte im Golf von Mexiko bei Sonnenaufgang  das Schwimmen. Und hier zahlte sich die harte Vorbereitung bei ihrem Langenhagener Trainer Manfred König aus, der sie mit einem speziellen Programm auf  starken Wellengang vorbereitet hatte, den sie dann auch vorfand. In ihrer vermeintlich schwächsten Disziplin stieg sie nach 48:21 Minuten immerhin als 17. ihres Klassements aus dem Wasser. Dann begann eine regelrechte Hitzeschlacht  auf den Highways der Stadt Clearwater auf dem Fahrrad. Zuvor hatte Bärbel Stielow den Wettbewerb schon fast abgeschrieben, denn ihr Fahrrad war bei dem Transport aus Deutschland nach Florida beschädigt worden und schien irreparabel. „Doch ein ganz toller Typ von einem Mechaniker schaffte ein kleines Wunder und brachte mein Zweirad wieder in Schuss“, so die Langenhagenerin. Bei 31 Grad Celsius legte sie auf den 90 Kilometern einen Schnitt von 31 Stundenkilometern hin – ein tolles Tempo. Damit überflügelte sie zwei Konkurrentinnen und  schob sich auf Platz 15 vor. Und auch beim Laufen zahlte sich ihre akkurate Vorbereitung aus. Als sie merkte, dass ihr zu hohes Anfangstempo böse Auswirkungen auf die Endzeit haben könnte, drosselte sie ihren Schritt, überholte sogar noch eine Gegnerin und kam nach mehr als 21 Kilometern als 14. ins Ziel. Damit verwirklichte  sie ihren Wunschtraum, bei dieser WM unter die besten 15 zu kommen.
Wie aber kommt man auf die Idee, sich für einen derart harten Wettbewerb so viele Monate lang zu quälen? „Vorbild war eigentlich meine Tochter Kristina, die in der 2. Bundesliga tolle Triathlon-Wettbewerbe absolvierte“, so Bärbel Stielow. Und das Training von Mutter Bärbel hatte es in diesem Jahr in sich. Dreimal in der Woche absolvierte sie ein enormes Pensum im Schwimmbad, und während zwei Laufeinheiten „beschäftigte“ sie sich mit Laufstrecken von 15 bis 30 Kilometern. Ebenfalls zweimal spulte sie auf ihrem Rad Strecken von 60 bis 100 Kilometern ab. Als zusätzliche Tortur nahm sie auch den Nienstedter Pass mit in ihr Programm. Und auch beim Frühlingsurlaub auf Mallorca  waren die Tage geprägt von schweißtreibenden Trainingseinheiten.
Wer Bärbel Stielow kennt ist denn auch nicht überrascht, dass die SCLerin ihre Leistungsgrenze mit einer neuen Herausforderung konfrontieren will: „Irgenwie  möchte ich es schaffen, die Qualifikation für den Ironman auf Hawaii zu schaffen.“ Und das würde bedeuten: 3,8 Kilomter Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen.
Der SCL-Vorstand ist natürlich mächtig stolz auf das so überaus erfolgreiche Mitglied. Und im Verein ist Bärbel Stielow ohnehin seit Jahren bestens bekannt von diversen früheren Aktivitäten, unter anderem beim Mutter-Kind-Turnen oder beim Lauftraining für das Sportabzeichen. Seit zwei Jahrzehnten arbeitet sie außerdem in der SCL-Geschäftsstelle an der Leibnizstraße.