Ein Gesamtverkehrsgutachten soll her

Bevor es baulich weitergeht, soll am Flughafen genau geschaut werden

Langenhagen (ok). Die Mitglieder des Stadtplanungs- und Umweltausschusses sind sich einig: Dem Flughafen sollen in Sachen Erweiterung keine Steine in den Weg gelegt werden; Langenhagen sei auf neue Gewerbebetriebe durchaus angewiesen. Nur: Welche Art von Gewerbe es sein soll, daran scheiden sich die Geister. Die Politiker präferieren andere Betriebe als Logistikunternehmen, die doch eine Menge Verkehr in die Stadt brächten, gerade auf Evershorster und Flughafenstraße. Die fraktionslose Ratsfrau Elvira Drescher regte sogar eine zusätzliche Autobahnauffahrt an. Es wurde deutliche: Eine so genannte gesamtverkehrliche Schau muss her, das große Ganze betrachtet werden. Nicht ganz einfach, denn viele verschiedene Zuständigkeiten müssen unter einen Hut gebracht werden. So ist für die Autobahnen beispielsweise der Bund zuständig; die Evershorster Straße ist eine Regionsstraße und die Langenhagener Straße eine Landesstraße. Und Stadtbaurat Carsten Hettwer weiß: "Der Lieferwagenverkehr belastet die Straßen teilweise mehr als der Schwerlastverkehr." Auch aus seiner Sicht muss ein Gesamtverkehrsgutachten, in dem auch auf die Lichtsignalanlagen ein Auge geworfen werden sollte, Klarheit bringen. Die Westerschließung auf der anderen Seite des Tunnels sei aber sicherlich unproblematischer. Der Stadtbaurat räumte ein, dass ein Monitoring wohl versäumt worden, die Ausgleichsflächen aber intensiv mit den Naturschützern besprochen worden seien. Nicht verstehen konnte Michael Horn von den Grünen, dass der Flughafen die Belastungen als nicht erheblich ansehe. Das bezeichnete Horn als schlechten Witz. Und auch für Godshorns Ortbürgermeister Willi Minne ist klar: "Es muss sich verkehrlich etwas tun, bevor es baulich weitergeht." Wirtschaftsförderer Jens Monsen jedenfalls wollte den Logistikern keine Absage erteilen. Sie seien ihm als Gewerbesteuerzahler genauso willkommen wie die Dienstleister.