Ein Gute-Laune-Abend im daunstärs

Malanie Haupt und Bodo Wartke überzeugten mit Humor und Wortwitz.

Bodo Wartke auf Jubiläumstour 20 Jahre – 20 Bühnen – 20 Songs

Langenhagen (dl) Im November 1996 gab der damals 19jährige Abiturient Bodo Wartke aus Bad Schwartau sein erstes abendfüllendes Konzert in der Aula seiner ehemaligen Schule. Anlässlich seines nunmehr 20jährigen Bühnenjubiläums ist Wartke im Verlauf dieses Jahres auf Tour durch 20 ausgewählte Clubs und damit zu den Schauplätzen seiner ersten Bühnenerfolge. Unter anderem auch im daunstärs, einem der kleinsten Auftrittsorte seiner Reise. Im Jahr 2000 stand er hier zum ersten Mal auf dieser Bühne mit seinem damaligen Programm „Ich denke, also sing ich“. Seither hat ihn sein Weg immer mal wieder nach Langenhagen geführt und selbst, als auch der Theatersaal aufgrund Wartkes stetig wachsender Popularität zu klein wurde, hat er dem Veranstalter, der Klangbüchse e.V., die Treue gehalten. Seine beiden Shows 2012 und 2014 vor jeweils über 1000 Zuschauern im hannoverschen Theater am Aegi wurden von der Klangbüchse organisiert. Kein Wunder also, dass die Karten für sein Jubiläumskonzert im daunstärs binnen kürzester Zeit vergriffen waren. Das Publikum, überwiegend textsichere „Wiederholungstäter“, wurde kurzerhand in die Programmgestaltung mit einbezogen und durfte 10 Lieder für den zweiten Teil des Abends selbst auswählen. Wartke ist ein ebenso virtuoser Sprachjongleur wie musikalisch vielseitiger Pianist, dessen hintersinnig-humorvolle Reimkombinationen wortwitzige Betrachtungen der kleinen und großen, manchmal unfreiwillig-komischen Widrigkeiten des Alltags sind. Dabei haben es ihm vor allem die Unwägbarkeiten im Umgang mit dem anderen Geschlecht angetan. Seine Fans lieben sein „Liebeslied“ in vielen verschiedenen Sprachen, seine „benutzerdefinierten Liebeslieder“ oder auch seine Aufzählung von „Problemen, die ich früher noch nicht hatte“. Dazu gehört natürlich auch der „Pcdenzfall“, in dem es um die allseits bekannten Schwächen der Produkte eines gewissen Bill Gates geht. „Ey, Bill, gates noch“. Seine Songs „swingen“, auch ohne Big Band und er ist nicht nur im Blues, Jazz, Boogie oder HipHop zuhause, sondern auch in der Klassik. Das beweist seine, in typischer Wartke-Manier textlich umgestaltete Version der Arie des Papageno aus Mozarts Zauberflöte, „Der Vogelfänger bin ich ja“ oder sein jazzgefärbter „Alla Turka Stomp“, nach dem „Rondo Alla Turka“, ebenfalls von Mozart. Doch Wartke kann auch anders. Nachdenklich, einfühlsam und nicht so unernst, wie in seinen, sonst eher lustigen Liedern, geht es in seinem aktuellen Programm „Was, wenn doch“ um ein Plädoyer dafür, Dinge für möglich zu halten, um persönliche Lebensentwürfe und was es bedeutet, wenn jeder nur das täte, was er gerne tut, aber das „aus Liebe, nicht aus Angst“. An der Seite seiner charmanten und vielseitigen Partnerin Melanie Haupt feierte der Song „Probleme, die ich früher nicht hatte“ gewissermaßen eine Premiere auf der Bühne im daunstärs. Sehens- und hörenswert die gemeinsame Step- und Percussionnummer unter Einbeziehung von allerlei Gegenständen, einschließlich Klavier und Bühnenwand. Als verliebtes Paar auf einer Bank im Frühling allerdings müssen die beiden enttäuscht feststellen, dass Liebesromantik und eine Pollennallergie einfach nicht zusammenpassen.