Ein inszenierter Amoklauf

Die Schulsanitäter mussten ganze Arbeit leisten.Foto: O. Krebs

Schnelle IGS-Übung mit kleinen Fehlerquellen

Langenhagen (ok). Ein Fremder läuft Amok an der IGS Langenhagen, ist mit einer Schlagwaffe durch den D-Trakt gezogen und in den Klassenraum der Stammgruppe 6.4 eingedrungen. Viele Mädchen und Jungen wurden verletzt, es brach zudem eine Panik aus. Die IGS ist hermetisch abgeriegelt worden, die Rettungskräfte stehen noch auf der Konrad-Adenauer-Straße, der Schulsanitätsdienst ist zunächst auf sich allein gestellt gewesen. Ein Horrorszenario, zum Glück nur die jährliche Sanitätsübung. Und die ist nach Ansicht der Schiedsrichter und von Hubertus von Wick, Leiter des Schulsanitätsdienstes, im Großen und Ganzen gut gelaufen. Trotz des Chaos hätten die 38 Sanitäterinnen und Sanitäter der Jahrgänge 9 und 10 schnell reagiert und im Flur einen Sammelpaltz für die 20 „Verletzten“ der Stammgruppe 6.5 errichtet. Auch die Kommunikation untereinander und die Frage nach der Zahl der „Verletzten“ sei reibungslos gelaufen. Aber Kritik von den Schiedsrichtern gab es natürlich auch: Ein „Verletzter“ habe zu lange auf dem Vordach gelegen, die Gefahr der Unterkühlung sei groß gewesen. Ein weiteres Manko: Bewusstlose Personen seien viel zu lange allein gelassen worden, die Helferinnen und Helfer hätten sich zu sehr „von blutigen Sachen“ ablenken lassen. Kleiner Tipp der Unparteiischen von den Johannitern: Die Verwundeten einfach durchnummerieren, denn „schockige Patienten“ neigten doch dazu, einfach abzuhauen. Und dann waren da noch ein paar „Kleinigkeiten“, die den Referees aufgefallen waren: „Verletzte“ niemals mit den Füßen zuerst die Treppe rauf transportieren, die Magensäure könnte die Speiseröhre hoch laufen, nicht über Patienten steigen und vor allen Dingen alle Verwundeten anschnallen.