„Ein Jahr im Ausland ist wichtig“

G 9 am Gymnasium: Schulleiterinnen warten auf konkrete Anweisungen

Langenhagen/Mellendorf (ok). Ein mögliches Szenario: Zurück zu G 9, aber nicht im Retro-Stil der 90er Jahre: So die Botschaft, die die rot-grüne Landesregierung aussendet; das Turbo-Abitur am Gymnasium wäre dann ab Sommer 2015 Geschichte. Vor allen die Jahrgänge 7 bis 9 sollen dann vom „Dauerstress“ befreit werden, sich freier entfalten können. Nur: Wie genau die Reform aussehen soll, steht noch in den Sternen. Allerdings scheint klar zu sein, dass besonders leistungsstarke Schülerinnen und Schüler weiterhin nach acht Schuljahren das Abitur absolvieren können. In der Oberstufe soll es spezielle Förderstunden geben, sodass ein Schuljahr übersprungen werden könnte. Am Nachmittag sollen Schülerinnen und Schüler aber individuel unterstützt werden. Das Credo der sozialdemokratischen Kultusministerin Frauke Heiligenstadt: Bildungschancen dürfen nicht von der Herkunft abhängen.
Konkret wird es allerdings wohl erst Ende März werden, was das zukünftige G 9 angeht. Dann will eine Expertenrunde, der auch Langenhagens Schulleiterin Irene Kretschmer angehört, ihren Abschlussbericht vorlegen. Vermutlicher Zeitpunkt: Ende März.
Drei Varianten werden dem Vernehmen nach derzeit geprüft: ein verkürztes Abitur mit weniger Klausuren und Prüfungsfächern, gemeinsamer Unterricht bis Klasse 9 und dann die Aufspaltung in einen langsameren und einen schnelleren Zweig sowie die Rückkehr zu G 9.
Irene Kretschmer will sich zu den möglichen Ergebnissen nicht äußern, verweist auf die Beratungen der Expertenrunde. „Über ein Konzept kann und will ich erst reden, wenn Details vorliegen“, sagt die Schulleiterin des Langenhagener Gymnasiums. Ihre Kollegin Swantje Klapper aus Mellendorf wartet natürlich auch auf „Anordnungen aus dem hohen Hause“, kann aber auf jeden Fall auch sagen, dass viele ihrer Schülerinnen und Schüler trotz G 8 „glücklich und entspannt“ seien. Positiv an G 9 findet sie auf jeden Fall, dass die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten, dann während der Schulzeit ein Jahr ins Ausland gehen können und den Anschluss nicht verpassen. Ein aus ihrer Sicht unheimlich wichtiger Schritt, was die Persönlichkeitsentwicklung angehe. Bislang sei es so, dass die noch jungen Schülerinnen und Schüler nach dem Abitur ein Jahr mit der eigentlichen Berufsausbildung pausierten und beispielsweise lieber ein freiwilliges soziales Jahr dranhängten.