Ein lachendes und ein weinendes Auge

Für die Sprachlernklasse geht eine aufregende und turbulente Zeit zu Ende. (Foto: C. Spohn)

Letzter Jahrgang der Sprachlernklasse feiert Abschied

Langenhagen (ce). Nach drei Jahren schließt die Sprachlernklasse (SLK) des Gymnasiums Langenhagen ihre Türen. Zum Abschied am vergangenen Donnerstag gab es eine große Fete. Klassenlehrerin Romy Bierwirth hat gemischte Gefühle: "Es ist schade, dass die aufregende und turbulente Zeit zu Ende geht. Aber ein Auge lacht beim Blick auf den Erfolg der ehemaligen Sprachlerner." Der Grund für das Ende: "Die Zeiten der großen Flüchtlingsströme sind vorbei. Es gibt einfach nicht mehr so viele Anmeldungen", sagt Bierwirth. Insgesamt haben 43 Kinder von elf bis 18 Jahren die Sprachlernklasse verlassen.
Die Schüler kommen aus Syrien, dem Irak, Afghanistan und Tunesien. Mit Präsentationen über die verschiedenen Herkunftsländer, kulturellen Tänzen und einem großen Buffet haben sie sich verabschiedet. Die 13 diesjährigen Abgänger werden nun an die Robert-Koch-Realschule oder die IGS Süd gehen, auf dem Gymnasium bleiben oder eine Ausbildung beginnen. Serhat (12) hat große Pläne: "Ich möchte mein Abitur machen und Arzt werden." Der gebürtige Iraker lebt seit eineinhalb Jahren in Deutschland. "Die Sprachlernklasse war gut, ich habe viel gelernt." Jawailiya kommt aus Tunesien. Die elfjährige lebt seit einem Jahr in Deutschland. "Ich habe hier in der Klasse viele Freunde gefunden. Es war einfach die beste Klasse überhaupt." Auch ehemalige Schüler kamen in ihren alten Klassenraum zurück. Sie haben inzwischen eine Ausbildung begonnen, den Realschulabschluss gemacht oder stecken mitten im Abitur.
Unterstützt wird die Sprachlernklasse außerdem von Arnold Strothlücke. Der Rentner ist von Anfang an ehrenamtlich in der Klasse aktiv. "Ich wollte irgendwas machen und nicht nur zu Hause sein. Ich war in der Klasse für das Organisatorische verantwortlich und habe verschiedene Aktionen geplant. Es war mir wichtig, dass die Schüler nicht nur pauken, sondern auch zueinander finden." Dazu zählten Ausflüge in den Klettercampus der Uni Hannover, eine Stadtexkursion, ein Besuch im Pirate Rock oder auch ein Erste-Hilfe-Tag beim Deutschen Roten Kreuz. Beim traditionellen Wichteln wurden die deutschen Feiertage näher erläutert. Der 76-Jähige ist bereits mit der Schulleitung im Gespräch, um weiter ehrenamtlich tätig zu sein zu dürfen.