Ein Leben für die Sozialschwachen

Bürgermeister Friedhelm Fischer (rechts) gratuliert Paul Olschewski zum 90. Geburtstag. Foto: K. Raap

66 Jahre im Reichsbund: Paul Olschewski feierte seinen 90.

Langenhagen (kr). Seit 66 Jahren ist er Mitglied des Sozialverbands Reichsbund, 53 Jahre davon arbeitete er ehrenamtlich für diesen Verein und wurde in dieser Zeit mit einer Fülle von Auszeichnungen bedacht für sein Engagement für Kriegsopfer, Behinderte, Sozialrentner und Hinterbliebende. Die Rede ist von Paul Olschewski, der jetzt seinen 90. Geburtstag feierte. Grund genug für Bürgermeister Friedhelm Fischer, Paul Olschewski im Namen von Rat und Verwaltung ein Dankeschön für seinen unermüdlichen Einsatz für die Belange von in der Gesellschaft benachteiligten Menschen auszusprechen. Eigentlich wollte Paul Olschewski, der seit über 50 Jahren am Allerweg in Langenhagen lebt, in seiner Heimat Ostpreußen Förster werden. Eine entsprechende Lehre hatte er 1941 bereits absolviert, als der Krieg alles änderte. Nach Einsätzen unter anderem in Russland wurde er bei der Ardennen-Offensive in der Normandie sehr schwer verwundet. Der Heilungsprozess war so langwierig, dass er lange Zeit nicht arbeitsfähig war. Letztlich schlug er sich als Vertreter in verschiedenen Branchen durch, nutzte aber viele Angebote in Volkshochschulen, sich kaufmännisch weiterzubilden. 1951 schaffte er den Sprung in die Niedersächsische Landesverwaltung in Hannover, wo er 1980 als Regierungsamtmann in den Ruhestand ging. Ehrenamtlich engagierte er sich beim Reichsbund unter anderem im Kreisvorstand Hannover-Land, dem er von 1975 bis 1997 als Kreisvorsitzender vorstand. Außerdem wirkte er im Landesverband und im Reichsbund-Bundesvorstand mit. Darüber hinaus fungierte er ehrenamtlich als Sozialrichter in Hannover und als Landessozialrichter in Celle. Von 1990 bis 1998 arbeitete er als stellvertretendes Mitglied im Bundesausschuss der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen beim Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung in Bonn.
Für sein beispielhaftes Wirken wurde Paul Olschewski 1983 von Bundespräsident Karl Carstens mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, das ihm der niedersächsische Sozialminister Hermann Schnipkoweit überreichte. Der Kreistag des Landkreises verlieh ihm 1993 die Goldene Ehrennadel für sein jahrzehntelanges Wirken im Dienst der Sozialschwachen und Hilfsbedürftigen. Vom Sozialverband Reichsbund erhielt er 1997 die Goldene Ehrennadel für über 50-jährige engagierte Mitarbeit. Seinen 90-jährigen Geburtstag feierte Paul Olschewski mit seinem Sohn Dieter, Verwandten und einigen Freunden in seinem früheren Wirkungskreis Egestorf.