Ein Nomade verlässt den Kirchenkreis

Gottesdienst in der Elisabethkirche mit Superintendent Holger Grünjes (von links), Pastor Karl-Martin Harms, Pastor Paul-Martin Gundert und den Kirchenkreistagsvorsitzenden Friedrich Engeling. (Foto: A. Hesse)

Paul-Martin Gundert geht in den Ruhestand

Langenhagen-Wedemark. Ein Nomade, wortgewaltiger Prediger und überzeugter Seelsorger verlässt den Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen: In einem Gottesdienst in der Elisabeth-Kirche verabschiedete Superintendent Holger Grünjes Pastor Paul-Martin Gundert aus seinem Dienst als Springer im Kirchenkreis. „Die Klarheit Ihrer Worte, Ihre Menschenfreundlichkeit und Zugewandtheit haben mich immer wieder beeindruckt“, so Holger Grünjes. „Sie sind wortgewaltig, standhaft und verlässlich und sind immer Ihren Überzeugungen gefolgt.“Im Jahr 2008 war Paul-Martin Gundert in den Kirchenkreis gekommen; zunächst als Elternzeitvertreter im Pfarramt in Mellendorf, anschließend dann als „Nomade“, wie er sich selbst gerne bezeichnete. Als Pastor im Springerdienst übernahm er in 14 der insgesamt 18 Gemeinden im Kirchenkreis Vakanz-, Urlaubs- oder Krankheitsvertretungen und hinterließ überall Eindruck als Prediger und Seelsorger – und als aufmerksamer Beobachter.
„Meine eigene Kirchengemeinde hatte das große Glück, Sie eine Zeit lang bei sich zu haben. Das hat uns allen sehr gut getan“, betonte Friedrich Engeling, Vorsitzender des Kirchenkreistages, in seinen Abschiedsworten an Paul-Martin Gundert. Dieser habe die besondere Begabung, sehr gut zuzuhören und zu beobachten, gleichzeitig konstruktiv nach vorne zu denken und zu arbeiten – viele Gemeinden im Kirchenkreis hätten davon profitiert.
Paul-Martin Gundert selbst verwies in seiner Predigt auf die Möglichkeit, Leben zu gestalten und daran zu wachsen – auch angesichts mancher unerfüllbarer Anforderungen und Zumutungen. Immer wieder habe er in seinem Berufsleben Menschen getroffen, denen dies gelungen sei – einer der Gründe für die Leidenschaft, mit der er trotz schwerer Erkrankungen seinen Beruf ausübte. Leidenschaftlich warb er auch unter den Kolleginnen und Kollegen für die Beteiligung an der Notfallseelsorge im Kirchenkreis, wurde trotz mancher Hindernisse nicht müde, die Bedeutung dieses seelsorglichen Dienstes zu betonen.
Die Nachfolge für den Nomaden Paul-Martin Gundert ist bereits geregelt: Am 1. Juni trat Pastor Karl-Martin Harms seinen Dienst als Springer im Kirchenkreis an. Er ist zunächst in den Kirchengemeinden Elze-Bennemühlen in der Wedemark und Matthias-Claudius in Langenhagen tätig und wird auch die Beauftragung für die Notfallseelsorge übernehmen, zudem ab 2019 die Stelle des Flughafenseelsorgers weiterführen.„Es ist ein großes Glück, dass die Neubesetzung der Springerstelle so schnell erfolgen konnte“, begrüßte Superintendent Holger Grünjes Karl-Martin Harms im selben Gottesdienst, in dem Paul- Martin Gundert verabschiedet wurde. „Wir freuen uns allesamt sehr, dass du da bist.“ Karl-Martin Harms bringe große Erfahrung mit und sei viel herumgekommen: Er absolvierte unter anderem eine zusätzliche Seelsorgeausbildung im US-amerikanischen Indianapolis.
In der gut gefüllten Elisabeth-Kirche feierten viele Haupt- und Ehrenamtliche aus den Gemeinden des Kirchenkreises den Gottesdienst zur Verabschiedung des älteren und zur Einführung des jüngeren Pastors. Und das, obwohl sich Paul-Martin Gundert eigentlich still und leise hatte verabschieden wollen: „Lange hat er sich gegen eine offizielle Verabschiedung gewehrt“, verriet Holger Grünjes. „Er wollte nur einen Kaffee und eine Zigarette, nicht mehr.“ Der Superintendent folgte diesem Wunsch nicht: Im Anschluss an den Gottesdienst gab es Kaffee und Kuchen und viele persönliche Abschiedsworte.