Ein Novum in der Schulgeschichte

Diese 30 türkischen Gymnasiasten aus Istanbul sind Gäste des Gymnasiums Langenhagen. Rechts die Betreuer Emra Coskun, Ahmed Altun und Werner Knabe. Foto: E. A. Nebig

Istanbuler Schüler sammeln Erfahrungen am Langenhagener Gymnasium

Langenhagen (ne). 44 Jahre ist es jetzt alt, das Gymnasium Langenhagen. Der Unterricht begann am 1. Dezember 1966 mit 129 Schülern in Klassenräumen der Robert-Koch-Real- sowie in weiteren der Adolf-Reichwein-, der Brinker und der Hermann-Löns-Schule. Erst 1968 wurde das heutige Gebäude bezogen. Die Schülerzahlen stiegen stetig an; heute sind es 1.338. Jetzt kamen vorübergehend 30 Schüler im Alter von 15 bis 17 Jahren aus der Türkei hinzu. Es sind Jungen aus zwei Istanbuler Gymnasien. Deutsch ist an diesen Oberschulen erste Fremsprache, und deshalb wollen die Schüler hier ihre fortgeschrittenen Deutschkenntnisse verbessern. Der Besuch sei eine Besonderheit in der Schulgeschichte, sagte Schulleiterin Irene Kretschmer bei der Begrüßung der Gäste. Die Schüler aus der größten Stadt in der Türkei wurden auf Klassen des achten, neunten und zehnten Jahrganges verteilt; darüber freuten sich offensichtlich einige türkischstämmige Schülerinnen, als sie die neuen Klassenkameraden in ihre Unterichtsräume begleiteten. Sprachschwierigkeiten dürfte es also kaum geben, zudem sprechen die Studienrätinnen Emra Coskun und Kerstin Reichard-de Flores perfekt Türkisch. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Werner Knabe betreuen sie die Gäste. Diese werden im Rahmen des Besuchsprogramms auch einen großen Langenhagener Industriebetrieb besuchen. Zustande kam der Besuch durch Vermittlung von Ilhan Ülsan, 1. Vorsitzender des Langenhagener Integrationsbeirates. Der wiederum war diesbezüglich von Ahmed Altun vom Verein für Integration und Bildung in Hannover angesprochen worden. Im vergangenen Jahr hatte Altun in der Landeshauptstadt vergeblich versucht, türkische Schüler zu vermitteln.„Diesmal hat es Dank des Entgegenkommens der Schulleitung des Gymnasium Langenhagen geklappt, dafür bin ich sehr dankbar", sagte er dem ECHO. Dass das Gymnasium Langenhagen weltoffene Schule war und ist, stellt es mit diesem Besuch unter Beweis.