Ein Paar teilt sich Königswürde

Die neuen Majestäten und die Besten des SV Brink vor den Scheiben im Jubiläumsjahr. Foto. E.A. Nebig
 
Wolfgang Sander holte sich den Gründer-Gosewisch-Pokal.

Beim Jubiläums-Maifest auf Hof Rust an der Angerstraße ging es hoch her

100 Jahre Schützenverein Brink

Langenhagen (ne). Vor fünf Jahrzehnten, als es noch keine Schützen-Gemeinschaft gab, wurde der Reigen der drei Langenhagener Schützenfeste in der heutigen Kernstadt stets durch die Brinker Schützen eröffnet. So vor 50 Jahren in der dritten Juniwoche. Das ECHO widmete diesem Ereignis die komplette Titelseite der Nummer 24 des elften Jahrganges sowie die Seite 2 der Nummer 25. Das hatte seinen besonderen Grund. Die Brinker Schützen feierten das 50. Jubliläum ihres Vereins, der am 12. Februar 1910 von 16 Brinkern im damals nur 300-Seelen-Dorf in der heutigen Hotel-Gaststätte Meineke gegründet wurde. Das war zu Zeiten von Kaiser Wilhelm II., vier Jahre vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Der Verein überstand in der Folge zwei Weltkriege und die beiden schweren Nachkriegszeiten, denn Gründer, die beide Kriege überlebt hatten, belebten das Schützenwesen in Brink mit viel Engagement zweimal neu. So kam es 1960 zur 50-Jahrfeier. Mit dabei waren damals noch sieben der Gründungsmitglieder. „Heinrich Blume, Heinrich Baumgarte, Fritz Döpke, Wilhelm Evers, Heinrich Sosal, Alfred Haase und der Musiker Ernst Müller senior erfreuen sich noch bester Gesundheit“, war seinerzeit im ECHO zu lesen. Der Verein schloss sich 1963 mit der Schützengesellschaft Langenhagen und dem SV Langenforth zur Schützen-Gemeinschaft Langenhagen zusammen, um gemeinsam Schützenfest zu feiern. Nun ist der Verein, der seit 1994 von Heiner Rust, der auch Oberschützenmeister des vorgenannten Zusammenschluss es ist, geführt wird, 100 Jahre alt geworden. Dieses Ereignis nahmen die Brinker zum Anlass, ihr 100. Jubiläum separat auf dem Hof Rust an der Angerstraße im Rahmen ihres schon traditionellen Maifestes am Himmelfahrtstag sowie einem Kommers mit Königsproklamation, Ehrung der Besten vor den Scheiben, Musik, Tanz und Unterhaltung groß zu feiern. Am Vorabend des Himmelfahrtstages begrüßten sie beim Festkommers weit mehr als 300 Gäste im beheizten Festzelt. Die Veranstaltung wurde mit dem Einmarsch aller Vereinsfahnen des Kreissschützenverbandes feierlich eröffnet. Heiner Rust begrüßte zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Vereinen und Verbänden sowie dem Schützenwesen. Der stellvertretende Bürgermeister Dirk Musfeldt betonte in seiner Rede die Heimatverbundenheit der Schützen und die für ihn durchaus zeitgemäße Verbindung zwischen Tradition und Sport. Ähnlich äußerten sich Caren Marks und Wolfgang Neubauer. Nach den Reden schlossen sich Königsproklamation und Ehrungen an. Dabei gab es eine Überraschung: Heiner Rust, der als sehr guter Schütze bekannt ist und fertigbrachte, bisher zehn Mal in seinem Verein die Königswürde zu erringen, wurde Jubiläumskönig, und zum Jubel aller seine Lebensgefährtin Waltraud Koch, Jubiläumskönigin. Doch damit nicht genug, er errang zudem die Jubiläumsscheibe und diverse Ketten. Im Auftrag des Präsidiums zeichnete der Kreis-Oberschützenmeister ihn zudem „für seine besonderen Verdienste“ um den Verband und das Schützenwesen mit der goldenen Ehrennadel des Fachverbandes Schießsport, Region Hannover, aus. Auch der Verein erhielt eine Ehrenplakette zum 100. Gründungstag. Geehrt wurden zudem die besten Damen und Schützen. Es waren die Vizemajestäten: Eckart Fehrkau, Benjamin Wrede, Jennifer, Petra und Joachim Olenik, Julia Ertmer und der Jugendkönig Vincent Raske mit den beiden Platzierten, Michelle Reimers und Marion Saler sowie die Gewinner von Stifter- und Laterne-Ketten sowie Jubiläumspreisen und Pokalen: Ruth Weyers, Reinhard Othersen, Karlheinz Rohne, Heiner und Stefan Rust, Wolfgang Sander, Karsten Russe, Heinrich Gosewisch, Michael Jumpelt, Nicole Staub, Maritta Düsterhöft, Elke Krekora, Jessica Ehlers, Michelle und Steffi Reimer.