Ein Programm für die Zukunft

Grupppe Mittendrin besuchte Haus der Religionen

Langenhagen. In Hannover gibt es das Haus der Religionen in der Böhmerstraße 8. Es ist das einzige seiner Art in Deutschland und existiert seit dem Deutschen Evangelischen Kirchentag 2005. Damals taten sich hier sechs Religionen zusammen, um gemeinsam für Toleranz und Frieden, für die Achtung des Anderen einzutreten: Christen, Juden, Muslime, Hindus, Buddhisten und Bahai sind hier vertreten. Das Haus wird geleitet vom Rat der Religionen der Stadt Hannover. Träger ist der Verein "Haus der Religionen" und Stefan Schostock, Oberbürgermeister der Stadt Hannover, ist ihr Schirmherr, der die Institution als "Programm für die Zukunft" bezeichnete.
Vor neun Jahren besuchte die Gruppe Mittendrin der Paluskirche Langenhagen diese Einrichtung bereits einmal. Inzwischen hat sich viel getan. Damals befand sie sich noch in den Räumen unter der evangelischen Athanasiuskirche. Die Kirche wurde 2013 entwidmet, gehört aber weiterhin der Kirchengemeinde und wird für Veranstaltungen genutzt und ist eben auch Haus der Religionen.
Ulrike Duffing, ganztags für das Haus der Religionen tätig, stellte sich vor und berichtete ausführlich von den vielfältigen Veranstaltungen und Möglichkeiten dieses interreligiösen Lernortes. Es werden unter anderem Kurse, Vorträge und Diskussionsreihen angeboten für alle Altersgruppen, Schulklassen, Konfirmanden, Pädagogen und überhaupt für alle interessierten Menschen. Am wichtigsten aber sind Begegnungen mit Frauen und Männern aus anderen Religionen. "Die Stadt braucht einen solchen Ort, an dem Menschen aus verschiedenen Religionsgemeinschaften sich kennen lernen und etwas über die Überzeugungen und den Glauben des jeweils Anderen erfahren", nannte uns Ulrike Duffing Ihr Herzensanliegen. Sie führte uns dan in den Eingangsbereich, wo seit 2007 die Ausstellung "Religionen im Dialog" installiert ist. Hier werden wunderbar übersichtlich die genannten sechs Religionen auf je drei Tafeln vorgestellt, so dass man sich schnell einen Überblick verschaffen kann: Grundsätzliches zur vorgestellten Religion; ein junger Mensch stellt vor, was ihm in seiner Religion am wichtigsten ist; Interview mit diesem jungen Vertreter seiner Religion
Ulrike Duffing holte aus einem Koffer verschiedenfarbige Tücher, ließ uns raten, welche Farbe für welche Religion steht und gab jedem einen Gegenstand, den wir nacheinander dem dazugehörigen Glauben zusortierten. Ein Spiel, auf das wir uns gerne einließen. Inzwischen ist das Haus der Religionen mehrfach ausgezeichnet worden. Wer möchte, findet im Internet jede Menge Informationen. Auf der Seite "Sechs Religionen unter einem Dach", stellen sich auf den Folgeseiten die Religionen in nur 90 Sekunden vor, und zwar auf Deutsch, Englisch, Französisch, Türkisch, Arabisch und Russisch.