Ein Sinnbild für Integration

Bürgermeister Friedhelm Fischer (links) verabschiedet seinen Fachdienstleiter des Sozialberatungsdienstes.Foto: O. Krebs

Fachdienstleiter Le-Nghia Ngyuen geht in die Altersteilzeit

Langenhagen (ok). 813 Frauen und Männer stehen bei der Stadt Langenhagen in Lohn und Brot, 91 haben einen Migrationshintergrund. Eine Quote von etwa elf Prozent. Sie stammen aus 28 fremden Nationen, haben 14 andere Staatsbürgerschaften als die deutsche. Le-Nghia Ngyuen ist einer von ihnen; der Einzige, der als Fachdienstleiter des Sozialberatungsdienstes eine Führungsposition im Rathaus innehat. Eigentlich muss es fast heißen, war Ngyuen, denn der gebürtige Vietnamese – er wird im August 60 Jahre alt – hat die passive Phase der Altersteilzeit angetreten. In den öffentlichen Dienst passte Ngyuen wie die Faust aufs Auge, heißt sein Name übersetzt doch "Loyalität". 1979 aus seinem Heimatland geflüchtet und nach Deutschland gekommen, nahm er hier ein Studium der Sozialpädagogik an der Fachhochschule Hannover auf. Ein Berufspraktikum bei der Stadt Hannover machte ihm Lust auf mehr, begann Ngyuen am 1. August 1986 bei der Stadt Langenhagen. Damals ein Modellprojekt: Le-Nghia Ngyuen sollte sich nicht nur um Asylbewerber und Ausländer kümmern, sondern wurde auch für die Betreuung der deutschen Hilfeempfänger eingesetzt. Nach seiner Information ist er der einzige Abteilungsleiter mit Migrationshintergrund in der Region Hannover. Ngyuen will mit seinem Lebensweg, anderen Mut machen, die Initiative zu ergreifen. Auch mit Migrationshintergrund sei es möglich, auf eine Führungsposition zu kommen. Die hat Le-Nghia Ngyuen jetzt allerdings verlassen und dem Rathaus den Rücken gekehrt. Ín den nächsten Monaten wartet ein ganz anderes Leben als mit Akten und Computer auf den 60-Jährigen. Le-Nghia Ngyuen hat gerade einen Langzeiturlaub im thailändischen Phuket angetreten. Aber wenn er wieder zurück ist, das hat der Langenhagener bereits jetzt angekündigt, will er gern ehrenamtlich aktiv werden.