Ein Traum in korallenrot

Seine zweite Liebe neben seiner Familie: Wolfgang Liedtke mit seiner Chevrolet Corvette.Foto: O. Krebs

Wolfgang Luedtke hütet seinen "Chevy" wie seinen Augapfel

Langenhagen (ok). Eine 58er Chevrolet Corvette in korallenrot, 235 PS, V 8-Motor – ein Traum für jeden Oldtimer-Liebhaber. Und dieser Traum steht seit vielen Jahren in der Garage von Wolfgang Luedtke, wird nur im Sommer rausgeholt. „Das Fahren macht am meisten Spaß mit offenem Verdeck“, sagt Luedtke, der allerdings kein Schrauber und Bastler ist, den Wagen regelmäßig zur Inspektion gibt. Der „Chevy“ ist schon sein zweiter Oldtimer nach einem roten Karmann Ghia. Den amerikanischen Sportwagen hat er sich aus Köln geholt. Luedtke zum ECHO: „Alte Sachen interessieren mich eben; das ist keine Dutzendware, sondern was Besonderes.“ Heute seien fast alle Autos gleich, kaum noch zu unterscheiden. Seinen Oldtimer dagegen erkenne man schon am Sound, er klinge fast wie ein Flugzeug. Nur was den Verbrauch angeht, so könne der Chevrolet auf die Dauer ganz schön teuer werden: „Auf der Landstraße verbraucht er etwa 13 bis 15 Liter, in der Stadt rund 25 Liter“, muss der 59-Jährige erst einmal trocken schlucken. Der Wagen ist damals in einer geringen Stückzahl von etwa 9.200 produziert worden. Originalteile gibt's noch in den USA. Was Luedtke an seinem Wagen aber noch fasziniert, ist nicht nur der beeindruckende 235 PS starke V 8-Motor. Luedtke: „Es ist zwar eine Höchstgeschwindigkeit von 195 Stundenkilometern angegeben, ich fahre aber höchstens 100 damit.“ Es sind die Feinheiten, die ihn beeindrucken: die Flügelschrauben auf den Rädern, die geriffelte Motorhaube, das ungewöhnliche Handschuhfach zwischen den Sitzen. Toll sei es auch, wie der Tankverschluss hochgelappt werden könne. Ebenfalls außergewöhnlich: die Enden der zwei Auspuffrohre: Sie liegen nicht unter dem Auto, sondern in der Karosserie. Eindruck schinden mit seinem Wagen konnte Wolfgang Luedtke auch oft bei so genannten Wheels-Treffen auf dem hannoverschen Schützenplatz, heimste dort schon Preise ein. Im Winrter wird der Wagen dann quasi „eingemottet“, erst im Frühjahr mit den ersten Sonnenstrahlen wieder rausgeholt. Für Wolfgang Luedtke ist mit dem Kauf des Wagens ein Traum in Erfüllubng gegangen: Er habe immer von etwas Endgültigem geträumt, und von seinem 58er-Chevy werde er sich erst trennen, wenn dieser auseinanderfällt. Genauso wie übrigens von seiner Wurlitzer-Musikbox, die im Wohnzimmer steht. Die hatte mal eine prominente Vorbesitzerin, hat früher Dolly Buster unterhalten. Aber das ist eine andere Geschichte.