"Ein unerlässlicher Ausgleich"

Grüne: 50 Jahre Kiesabbau im Wietzesee sind genug

Langenhagen. Die Landesregierung plant, die Kiesabbauflächen des Wietzesees erheblich zu vergrößern und im Raumordnungsprogramm langfristig als „Vorranggebiet für Rohstoffgewinnung“ zu sichern. Nach den bisherigen gemeinsamen Konzepten der Stadt Langenhagen sowie der Region Hannover und der Gemeinde Isernhagen soll der Wietzepark nach dem Ende des Kiesabbaus nach Norden erweitert werden. Die entsprechenden Festlegungen der Region Hannover zu
Gunsten von Naherholung sowie Natur und Landschaft sollen mit der Änderung
ausdrücklich entfallen. „50 Jahre Bodenabbau sind genug“, so Dirk Musfeldt, Fraktionsvorsitzenderder Grünen. Ursprünglich war der 1971 begonnene Abbau vertraglich nur bis
Mitte der Achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts vereinbart worden.
Zuletzt wurde im vergangenen Jahr in einem Vergleichsverfahren eine
Verlängerung bis Ende 2020 einvernehmlich festgelegt. Der schleppende
Fortschritt des Kiesabbaus ist seit Langem Streitpunkt mit dem Betreiber
Hastrabau-Wegener. „Der Wietzepark ist in den letzten Jahren unter erheblichem Aufwand als Naherholungsgebiet ausgebaut worden, das würde durch die Festlegung auf den Kiesabbau torpediert werden“, so Musfeldt. „Offenbar werden hier die Interessen eines Unternehmens mit besten Verbindungen höher bewertet, als die jahrelangen Bemühungen um ein attraktives Naherholungsgebiet“, so
Musfeldt. Gerade im dicht besiedelten und bereits stark belasteten Bereich
der Stadt Langenhagen stelle der Wietzepark einen unerlässlichen Ausgleich
dar. „Ich kann nur hoffen, dass sich das Land noch besinnt und von den
Plänen Abstand nimmt“, so Musfeldt.