Ein Zeichen gelungener Integration

Viele neue Begegnungen gab es für die Jugendgruppe beim Bundes-Pfingstzeltlager.
 
Ismael ist jetzt BuFDi bei den Johannitern.

30.000 Stunden im Dienst der Allgemeinheit

Langenhagen. Wenn in Langenhagen ein Rettungswagen (RTW) mit Blaulicht und Martinshorn durch die Straßen fährt, wissen die Langenhagener, dass die Johanniter ihres Nordhannoverschen Ortsverbandes (NOV) wieder für sie (und natürlich auch andere) im Einsatz sind. Tatsächlich waren sie es im vergangenen Jahr 8.829 Mal. Der ebenfalls in der Rettungswache Am Pferdemarkt stationierte Notarzt eilte mit dem Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) 2.901 Mal schwer erkrankten oder verletzten Menschen zur Hilfe. Neben den RTW- und NEF-Einsätzen fuhren die 40 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rettungsdienstes auch noch 432 Krankentransporte.
Nicht ganz so augenfällig in Langenhagens Straßen, aber nicht weniger engagiert zeigten sich die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des 15. Einsatzzuges (EZ) für den Bevölkerungs- und Katastrophenschutz, die Aktiven in der seit dem dritten Quartal ebenfalls im Ortsverband beheimateten Kleiderkammer und das Team des Mobilitätsservice der Johanniter. Von 35 Aktiven des Einsatzzuges wurden 128 Sanitätsdienste absolviert, teilweise unterstützt durch Kameraden anderer Ortsverbände. 2.600 Stunden wurden allein in diesem Teilbereich geleistet. Dazu kamen drei Einsatzalarme, in denen unter anderem die Kameraden der Feuerwehr durch den Verpflegungstrupp des EZ versorgt oder bei einer Personensuche unterstützt wurden.
„Wenn man bedenkt, dass wir nur 52 Wochenenden im Jahr haben, von denen einige wegen Urlaubs- und Winterzeit gar nicht besetzt werden müssen, dann wird schnell deutlich, welchen Herausforderungen sich unsere Ehrenamtlichen in der Sanitätsdienstsaison stellen,“ bemerkt der Koordinator für die Sanitätsdienste und Zugführer Alexander Kautz. „Da kommen schnell mal vier bis fünf Sanitätsdienste pro Wochenende zusammen.“
Die Helferinnen und Helfer des Einsatzzuges treffen sich wöchentlich donnerstags abends. Interessierte sind herzlich willkommen.
Mehrere Tausend Fluggäste mit Behinderungen oder eingeschränkter Mobilität wurden auf dem Weg zu ihrem Flug oder beim Verlassen ihres Fliegers durch Langenhagener Johanniter unterstützt. Dafür war der Mobilitätsservice der Johanniter des NOV, liebevoll „Rollidienst“ genannt, im Schichtbetrieb rund um die Uhr mit seinen 70 Teammitgliedern in Bereitschaft.
Ebenso beeindruckend sind die Zahlen der Kleiderkammer des NOV: 25 Aktive nahmen die durchschnittlich 20 bis 25 Spenden pro Woche entgegen, sortierten und ordneten sie. Von diesen Spenden profitierten rund 300 Menschen jeden Monat. Das alles funktionierte nur mit großem zeitlichen Aufwand, was man an den etwa 7.800 Stunden sieht, die die 25 Aktiven zusammen mit den 25 weiteren, auf Abruf bereitstehenden Helferinnen und Helfern dieses Bereiches ehrenamtlich geleistet haben.
„Besonders hervorzuheben ist, dass in der Kleiderkammer nach wie vor auch einige syrische Kriegsflüchtlinge mitarbeiten, die in Langenhagen Schutz gefunden haben und seit der ersten Stunde freiwillig in der Kleiderkammer dabei waren“, berichtet der Fachbereichsleiter Ehrenamt des NOV, Hubertus von Wick. „Besonders stolz sind wir auf unseren Ismael, der vor kurzem sogar eine Stelle des Bundesfreiwilligendienstes (BuFDi) bei uns angenommen hat, ein Zeichen gelungener Integration.“ Inzwischen ist die Kleiderkammer des NOV eine nicht mehr wegzudenkende feste Institution in Langenhagen geworden.
Das Gleiche gilt für die Johanniter-Kita „SöSeeLöwen“ am Söseweg. 15 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreuen hier engagiert und kreativ 80 Kinder in der mittlerweile voll belegten Einrichtung, die ihren Betrieb Ende 2015 aufgenommen hat.
Fast 5.000 Stunden betätigte sich die Johanniter-Jugend des NOV im Jahre 2016. Dazu gehörten das Tanztraining der Kleinen, aber auch ihre Aufführungen und das Kinderschminken an Familientagen, am Tag der Sicherheit im CCL oder in der Karnevalszeit. Ein besonderer Höhepunkt war die Teilnahme der Jugendgruppe am Bundes-Pfingstzeltlager der Johanniter in Neufrankenroda in Thüringen. Dort stießen sie zu ihrer Überraschung auf „ihren eigenen“ Verpflegungstrupp des 15.Einsatzzuges unter Leitung von Maik Möller, der zum Gelingen der Zeltfreizeit beitrug, indem er die aus dem gesamten Bundesgebiet angereisten Teilnehmer mit leckerem Essen und Getränken versorgte. Das im vieren Quartal neue gewählte Leitungsgremium um Jacqueline Kestner ist gerade dabei, für die 52 Mitglieder der Jugend eine Konzeption für 2017 zu erstellen, in der natürlich auch die Erste-Hilfe-Ausbildung der Kinder und Jugendlichen nicht zu kurz kommen soll. Die Jugend trifft sich jeweils freitags nachmittags am Standort der Johanniter Am Pferdemarkt 84.
„Die Großprojekte des Jahres 2016 wie der Umzug der Kleiderkammer, die Erweiterung unserer Unterkunft um einen weiteren Hallenteil, verbunden mit einer kompletten Reorganisation großer Teile unserer nunmehr vier Fahrzeughallen mit etwa 30 Stellplätzen, der Austausch von Fahrzeugen und die Übernahme und Einlagerung von fast 10.000 Feldbetten von unserem Landesverband, waren eine große Herausforderung für die ganze Mannschaft,“ resümiert Dienststellenleiter Tim Heinrich. „Mein Dank gilt jedem einzelnen Mitglied unseres Teams für diese tolle Leistung