Eine 400-jährige Tradition

Stadtarchivarin gab ihr Okay für Jubiläumsfeier

Krähenwinkel (kr). Nachdem eine 400 Jahre alte Tradition des Ortsnamens Krähenwinkel in Sicht war, befasste sich ein Arbeitskreis mit der Ortsgeschichte, um begleitende Maßnahmen in Form von Sonderveranstaltungen für das Jubiläum ins Leben zu rufen: Diesem Kreis gehören an: Ortsbürgermeister Andreas Hartfiel und sein Vertreter Hannes Milatz an, sowie Kirchenvorstandsvorsitzender Reinhard Brendel und die Ortsratsmitglieder Horst Waldfried und Gabriele Spier. Diese war es auch gewesen, die die kleine historische Sensation entdeckt hatte, die zum Jubiläum führte, und zwar beim Stöbern in der umfangreichen Dorfchronik von Helmut Biermann. Zu den Geschehnissen vor 400 Jahren: 1612 verfasste der hier residierende Vogt Heinrich Clawe ein Erbregister. Darin schrieb er auf, was zu seinem Amt gehörte, welche Steuern wann zu zahlen waren, und wer in den Dörfern wohnte. Gleich in seiner Vorbemerkung erwähnte er Krähenwinkel. Darin heißt es: Zu dem fürstlichen Vogthof gehören die Untergerichte der ganzen Vogtei, ausgenommen "16 Meyerleute in Kreyenwinckell", deren Steuerzugehörigkeit er für 800 Goldgulden den Wernern zu Pattensen verschachert hatte. Das bedeutete, dass die Meyer steuerlich nun nicht mehr nach Langenhagen gehörten. Wer die Werner waren, ist bis heute nicht geklärt. Aber die Meyer, die Landwirtschaften von 30 bis 35 Morgen betrieben, diese aber im Erbfall nicht teilen durften, sind heute noch bekannt. Jürgen Hasen, Lüdeke Engelcken, Heineke Hardecken, Diderich Bodestaff, Peter Hanebutt, Cort Bösenbergk, Hinrich Hanebutt, Curt Ehlers, Peter Eicken, Jobst Stucke, Hinrich Münkell, Lüder Münkell, Tile Bodestaff, Hans Elers, Jasper Bodestaff und Hans Krüger. Die Kötner, die mit ihren kleineren Betrieben steuerlich weiterhin zu Langenhagen zählten, waren Hinrich Rust, Aßmus Bremer, Arent Bister, Heineke Krüger, Hans Bösenbergk, Ambrosius Rust und Christof Schlüter. Die Hofstellen der alten Siedlungen lagen zunächst fast nur an der heutigen Walsroder Straße.
"Wir haben mit diesen Erkenntnissen zwar keine Gründungsurkunde", so betonte Stadtarchivarin Heike Brück-Winkelmann auf Anfrage, "jedoch werden erstmals Menschen genannt, die im Kreyenwinckell wohnten. Politische Selbstständigkeit und eigenverantwortliche Organisation des dörflichen Gemeinwesens waren damals gar nicht möglich." Das Fazit der Stadtarchiv-Chefin: "Die erstmalige Erwähnung Krähenwinkels vor 400 Jahren kann man getrost feiern."