Eine Ära geht stimmungsvoll zu Ende

Die Waspo-Akteure spielten teilweise Katz und Maus mit ihren Gegnern. (Foto: O. Krebs)

Letzter Tag im Godshorner Schwimmbad/Verwaltungsspitze lässt sich nicht sehen

Godshorn (ok). Das vertraute „Tschüß bis morgen“ wird an der Berliner Allee nicht mehr erklingen. Das Hallenfreibad Godshorn hat für immer seine Tore geschlossen. In sechs Wochen soll jetzt das neue Bad „Wasserwelt“ an der Theodor-Heuss-Straße an den Start gehen; vier Mitarbeiter der Hallenfreibad GmbH haben hier einen neuen Arbeitsplatz gefunden. Überhaupt: Keiner der Beschäftigten geht nach Auskunft des Geschäftsführers Stefan Otte in die Arbeitslosigkeit. Er selbst nimmt sich jetzt erst einmal eine Auszeit, will sich im nächsten Jahr neu orientieren und nach vorn blicken. Den ganzen Tag über wurde am Donnerstag Abschied gefeiert, am Abend ging dann zum Abschluss noch einmal ein besonderes Wasserballspiel über die Bühne. Das Spitzenteam von Waspo Hannover, das sich sonst mit Teams in der Champions League misst, traf auf die Bezirksligamannschaft des SV Langenhagen und eine Bezirksauswahl. Endstand nach vier Vierteln: 23:2. Aber einen Erfolg verbuchten die Godshorner allerdings für sich. René Euscher, früher selbst erfolgreicher Wasserballer bei Waspo, holte sich souverän den Titel des Strafwurfkönigs. Eine Trophäe, die ihm keiner mehr nehmen kann, denn solch einen Wettbewerb wird es im Hallenfreibad an der Berliner Allee nicht mehr geben. Vor der Begegnung hatten sich die Synchronschwimmerinnen präsentiert, nach dem Spiel gab es noch eine Verlosung des signierten Spielballs. Der Reinerlös der ganzen Veranstaltung geht an das Kinderhilfswerk „Terre des hommes“. Für die Wasserballer geht eine Ära zu Ende; sie werden den Trainingsbetrieb jetzt in der „Wasserwelt“ aufnehmen.
Ein abwechslungsreiches Programm am letzten Tag, von dem die Verwaltungsspitze allerdings nichts mitbekam. Bürgermeister Mirko Heuer war einige Kilometer weiter östlich damit beschäftigt, das Bierfass im Festzelt beim Schützenfest anzustechen, sein Stellvertreter Willi Minne an seiner Seite. So hörte er auch viele Stimmen nicht, die mit Wehmut zurückblickten. Einer von ihnen ist Hans Weymann, früherer Gemeindedirektor in Vinnhorst. Der heute 88-Jährige hatte das Bad vor 55 Jahren zusammen mit seinen Kollegen aus Godshorn, Engelbostel und Schulenburg geplant. Weymann: „Es ist einfach bedauerlich, dass so ein schönes Bad geschlossen wird.“ Dieser Ansicht ist Friedhelm Leiding nicht. Seiner Ansicht nach ist Godshorn in die Jahre gekommen, er freut sich auf das neue moderne Bad. Und: „Es ist verkehrsgünstig sehr gut zu erreichen.“ Das „Godshorner“, wie es von vielen liebevoll genannt worden ist, ist jetzt also Geschichte. Die Frage, die bleibt: Was passiert mit dem großen Areal im Süden Godshorns?