"Eine Basis für ständige Unterstützung"

Die Teilnehmer haben sich während des Lehrgangs konstruktiv untereinander ausgetauscht. (Foto: O. Krebs)

Erste Integrationslotsen an der Langenhagener Volkshochschule ausgebildet

Langenhagen (ok). Sie helfen, wenn es für die Geflüchteten nicht mehr weitergeht: Elf frisch gebackene Integrationslotsinnen und Integrationslotsen haben jetzt ihren etwa 50 Stunden umfassenden Basislehrgang an der Volkshochschule Langenhagen abgeschlossen. "Da ging es vor allen Dingen viel um Gesetzliches von A bis Z; die rechtliche Voraussetzungen im Zusammenhang mit Asylverfahren sind uns gut erläutert worden", plaudert die Godshornerin Brigitte Negelmann aus dem Nähkästchen. Zusammen mit ihrem Mann Manfred hat sie in Godshorn ein Netzwerk ins Leben gerufen, hilft Geflüchteten im Alltag. "Wir wollen ihnen den Rücken stärken, die Ängste nehmen und auch seelischen Beistand leisten", sagt Brigitte Negelmann. Hannah Kronenberger, die den Lehrgang geleitet hat, weiß: "Es gibt für die Geflüchteten zwei Möglichkeiten, um in die Gesellschaft zu kommen – übers Hobby oder über die Arbeit." Die Integrationslotsen müssen versuchen, eine emotionale Bindung aufzubauen, um so eine Vertrauensbasis schaffen zu können. Ratsherr Michael Horn, der mit seinem Engagement eine "Brücke zur Politik" schlagen möchte, war sehr erschrocken darüber, welche Bürokratie auf die Menschen einstürme. Ein Beispiel aus der Praxis lieferte dann auch gleich Manfred Negelmann: So habe er seinen Schützlinge bei der Behörde nicht begleiten können, weil eine schriftliche Vollmacht nicht vorgelegen habe. Die hätte nämlich fristgerecht im Vorfeld eingereicht werden müssen. HorN. "Die Geflüchteten sind allein der deutschen Bürokratie regelrecht ausgeliefert, haben es allein ganz schwer. Nur, weil jemand die Sprache nicht beherrscht, darf er doch nicht ohne Rechte sein." Die Integrationslotsen hätten allesamt eine große Verantwortung, schließlich vertraue der Geflüchtete ihnen ja sein Leben an. Und das gehe nach der Anerkennung nahtlos weiter, weiß Brigitte Negelmann, die sich für eine Art Patenschaft ausspricht. Der Integrationslotse müsse die "Basis für ständige Unterstützung" im Alltag, etwa bei Arztbesuchen, sein. Im nächsten Semester geht es dann mit dem zweiten Kursus "Integration und Flüchtlingshilfe" an der Volkshochschule weiter.