Eine bessere und friedlichere Welt

Der stellvertretende Bürgermeister Willi Minne eröffnete die bunte Ausstellung im Rathaus. (Foto: O. Krebs)

Junge Afghanin eröffnet Woche gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit

Langenhagen (dl). Lina Shadab malt seit sie 14 ist und verarbeitete in ihren Porträts und Landschaftsbildern anfänglich das Leben in ihrer Heimat, das in den Provinzen und ländlichen Regionen außerhalb der Städte nach wie vor geprägt ist von äußerst komplexen Machtstrukturen, wo lokale Kommandeure, Warlords, Drogenbosse und andere mächtige Gruppen wie die Taliban eigene, private Interessen verfolgen. Allen gemeinsam ist nur ihre Ablehnung und Bekämpfung eines Zentralstaats, wofür ihnen jedes Mittel recht ist: Drogenhandel, Korruption, Unterdrückung und Terror. Dabei existiert in Afghanistan eine staatliche Ordnung, wie wir sie kennen, lediglich in rudimentären Ansätzen und ohnehin auch nur in den Städten. Kinderarbeit ist an der Tagesordnung und die meisten Schulen und Universitäten wurden bereits von den Taliban geschlossen mit der Folge, dass es in Afghanistan mehr Analphabeten gibt als in vergleichbaren Gesellschaften. In vielen Provinzen wird den Mädchen auch heute noch der Schulbesuch verweigert. Malen durfte Lina Shadab in ihrer Heimat nicht, erst als sie mit ihrer Familie nach Pakistan ausgereist ist und zehn Jahre dort lebte, bevor sie mit ihrer Familie nach Deutschland kam. Vor diesem Hintergrund der politischen Lage in dem Land am Hindukusch sind ihre Bilder zu sehen, die die junge Künstlerin zum Auftakt der Woche gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Langenhagen derzeit im Rathausfoyer ausstellt. Den Bildern, die die Lebenswirklichkeit in ihrer Heimat zeigen, stellt sie ihre eigenen Wünsche und Hoffnungen auf eine bessere, friedlichere Welt gegenüber. Dabei ließ sie sich von Fotografien als auch von Motiven des Fantasy-Genres inspirieren. Die Woche gegen Rassismus in Langenhagen ist angelehnt an die Aktionswochen der Solidarität rund um den internationalen Tag gegen Rassismus am 21. März, an der sich der Intergationsbeirat als auch die Integrationsbeauftragte der Stadt Justyna Scharlè mit diversen Aktion beteiligen. Sie formulieren damit eine klare Absage an jegliche Form von Rassismus und Diskriminierung. Nicht nur Bilder, sondern auch handgefertigten Schmuck zeigten die Organisatoren der Auftaktveranstaltung im Rathaus und weil so ein Abend auch hungrig macht, freuten sich die Gäste über den angebotenen afghanischen Tee und diverse Gebäckkleinigkeiten. Einige der Frauen trugen zur Feier des Tages ihre farbenfrohen und mit reichen Stickereien versehenen, traditionellen Kleider.