Eine Freundschaft seit 40 Jahren

Beim Treffen im Langenhagener Rathaus (von links): Waltraud Krückeberg, Willi Minne, Regina Colin, Ernst Müller und Roman Sickau. (Foto: K. Raap)

Regina Colin aus Joinville besuchte Ernst Müller

Langenhagen (kr). Diese Freundschaft hält bereits seit 40 Jahren: Seit 1976 kennen sich Regina Colin aus dem brasilianischen Joinville und der Langenhagener Ernst Müller. Der Kontakt zwischen den beiden hatte seinen Ursprung in der ersten Brasilien-Reise des Blasorchesters der Stadt Langenhagen, auf der er auch Joinville besucht wurde. Dass es gerade diese nicht sonderlich bekannte Stadt war, wurde ermöglicht durch eine Einladung von Dieter Schmidt. Dieser brasilianische Unternehmer hatte Ernst Müller bei einem Konzert auf dem Roten Platz in Moskau gehört und dann bei dem zufällig zeitgleichen Rückflug spontan in seine Heimatstadt eingeladen. Daraus resultierte die erste Brasilien-Tournee. Zwei Jahre später, bei der zweiten Reise, lernte Ernst Müller Regina Colin kennen, die sich damals ehrenamtlich maßgeblich um die Städte-Partnerschaften Joinvilles kümmerte. Aus den ersten mehr organisatorischen Kontakten entwickelte sich schnell eine echte Freundschaft. So kann Ernst Müller inzwischen auf zehn Brasilien-Reisen zurückblicken, immer verbunden mit Abstechern nach Joinville. Regina Colin bezeichnete sich immer gern als eine Art Generalunternehmer ihres Freundes Ernst Müller. Sie organisierte attraktive Auftritts-Möglichkeiten in großen Sälen und Kathedralen, vermittelte private Unterkünfte und Reisebusse und kurbelte die Plakatwerbung an. Darüber hinaus agierte sie als Dolmetscherin, Moderatorin und Pressereferentin. Langenhagen besuchte sie jetzt zum 17. Mal. Zu Gast war und ist sie regelmäßig bei der inzwischen verstorbenen Gertrud Ostermann und später bei deren Tochter Petra.
Mit dem im Jahr 1979 geschlossenen Freundschaftsvertrag zwischen Joinville und Langenhagen ist der Name Regina Colin eng verbunden. Maßgeblich beteiligt waren die damaligen Bürgermeister Luiz Enrique da Silveira und Walter Bettges mit ihren gegenseitigen Besuchen. Auch die ehemalige Bürgermeisterin Waltraud Krückeberg und die beiden früheren inzwischen verstorbenen Stadtdirektoren Karl-Heinz Brandt und Klaus Rosenzweig hatten viele schöne Erinnerungen an Brasilien. Regina Colin machte sich stets dafür stark, die freundschaftlichen Beziehungen trotz der großen Entfernung zwischen den beiden Städten mit Leben zu erfüllen. So entstanden unter anderem Schüleraustausch-Aktionen und Besuche von bildenden Künstlern und Musikern, beispielsweise bei den internationalen Musikschultreffen in Langenhagen. Zu Besuch in Joinville waren auch die „Zellerie Brüder“ und die „Harmony Brothers“. Für ihre engagierte Arbeit wurde Regina Colin im vergangenen Jahr mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.
Bei ihrem aktuellen Besuch in der Flughafenstadt wurde Regina Colin jetzt vom stellvertretenden Bürgermeister Willi Minne und Bürgermeisterreferent Roman Sickau offiziell begrüßt. 50 Tage lang war Regina Colin in Deutschland unterwegs, um Freunde zu besuchen, drei Wochen davon in Langenhagen. Am Sonntagabend ging es zurück in ihre Heimatstadt. Ernst Müller verabschiedete sie zuvor mit seinen Langenhagener Symphonikern beim Konzert vor dem Opernhaus innerhalb des traditionellen Schorsenbummels mit brasilianischen Klängen.