Eine Klingel zur besseren Ortung

Es wurde mit vollem körperlichen Einsatz agiert.Foto: D. Lange

Internationales Torballturnier zum 60. Geburtstag der BSG Langenhagen

Langenhagen (dl). Mit ausschlaggebend für die Gründung der heutigen Behinderten- Sportgemeinschaft (BSG) Langenhagen im Jahr 1955 war die einfache Tatsache, dass es die Behinderten aus Langenhagen leid waren, ständig nach Hannover fahren zu müssen. Die überwiegend Kriegsversehrten jener Zeit hatten den starken Wunsch, sich zusammen mit anderen im Verein sportlich zu betätigen. Sei es aus medizinisch-therapeutischen Gründen oder zur Steigerung des eigenen Selbstwertgefühls. Sie wollten zeigen, dass sie trotz teils fehlender Gliedmaßen als Folge von schweren Kriegsverletzungen dennoch etwas leisten konnten. Das ging aber nur in Hannover. Der TSV Hannover verfügte damals über eine Turnhalle einschließlich der entsprechend geschulten Übungsleiter. Bevor sie also die, wie es damals hieß: „Verehrten Sportgemeinschaft Langenhagen“ gründen konnten, mussten sich die Gründungsmitglieder, unter ihnen August Beck, der Vater des heutigen Vorsitzenden, zunächst einmal das nötige Wissen aneignen. Zu ihrem 60. Geburtstag veranstaltete die BSG ein international besetztes Torball-Turnier. Insgesamt 15 Mannschaften aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Belgien und den Niederlanden hatten für das Turnier gemeldet, davon neun Herren- und sechs Damenmannschaften einschließlich der deutschen Damen-Nationalmannschaft. Torball ist eine Ballsportart für Blinde und Sehbehinderte, bei der es darum geht, einen Ball, in dem sich zur besseren Ortung eine Klingel befindet, unter zwei Seilen hindurch ins gegnerische Tor zu befördern. Von den Damen konnte das die Mannschaft der TG Unterliederbach aus Hessen am Besten. Am Ende der Vorrunde noch auf Platz zwei, schlugen sie im Halbfinale die BSG Langenhagen deutlich mit 11:5 und besiegten im anschließenden Finale den VSC Graz mit 4:2, der damit den zweiten Platz belegte. Die BSG Langenhagen kam am Ende auf den dritten Platz. Vierte wurde die Damen-Nationalmannschaft. Nach der Vorrunde waren sie noch auf Platz Eins, verloren dann aber zuerst im Halbfinale gegen Graz mit 3:6 und mussten sich im Finale auch noch mit 4:6 der BSG geschlagen geben. Bei den Herren dagegen ein ganz anderes Bild. Hier finden sich auf den ersten vier Plätzen in der Reihenfolge die Mannschaften aus Brüssel, Hasselt in den Niederlanden, Berlin und Nürnberg. Für die Herren der BSG gab es in diesem Turnier leider nichts zu erben. Sowohl die Vorrunde als auch das Finale beendeten sie auf dem neunten und letzten Platz. Die Siegerehrung und Abschlussfeier, bei der es zeitweilig hoch her ging, fand im Anschluss an das Turnier in der neuen Mensa statt, zu der alle Spieler, Helfer und Gäste eingeladen waren.