Eine konstante Pace

Juri Ivanov im Regen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt.

LAC-Geherin ist Deutsche Meisterin

Bei winterlichen Verhältnissen holt sich Roswitha Ebel bei der Deutschen Meisterschaft im 20-Kilometer-Straßengehen den ersten Platz geholt. Beim zwölften Vogtlandgehen in Reichenbach startete jetzt auch die Deutsche Meisterschaft der Senioren im Straßengehen. Vom LAC Langenhagen gingen Roswitha Ebel und Juri Ivanov auf die 20 Kilometer lange Strecke. Birgit Komoll mussteverletzungsbedingt absagen. Hans-Peter Damitz, der vierte Mitstreiter aus dem erfolgreichen Langenhagener Geherteam verzichtete in diesem Jahr trotz guter Medaillenchance auf den Start über die Langdistanz.
Der Wettergott zeigt sich für die Teilnehmer nicht von der besten Seite. Kühles und regnerische Wetter erwartete die Starter zu Beginn. Aus den kurzen Regenschauern wurde beim Start über die 20-Kilometer-Distanz inzwischen Dauerregen und die Temperatur lag bei ungemütlichen zwei Grad Celsius. So war vor dem Start die schwierigste Entscheidung für die Athleten, die richtige Kleidung anzuziehen. Eine Entscheidung wurde aus regulatorischer Sicht abgenommen. Damit die Kampfrichter die Kniestreckung beobachten können, sind lange Hosen beim Gehen nicht erlaubt.
Pünktlich um 13.30 Uhr fiel der Startschuss im Park der Generationen und die besten Geherinnen und Geher des Landes begaben sich auf die Strecke. 725 Meter war eine Runde lang, diese musste 27 Mal absolviert werden. Beide Langenhagener hatten sich große Ziele gesetzt, ihre Vorjahreszeiten zu verbessern und einen Podestplatz zu erkämpfen.
Juri Ivanov ging sofort ein starkes Tempo an, musste er sich doch gegen drei starke Konkurrenten behaupten. Roswitha Ebel hatte aus den vergangenen Wettkämpfen gelernt, zu schnelles Starten kostet ihr viel Kraft, die am Ende fehlt, zu langsames Starten lässt sich oft nicht wieder rausarbeiten. So ging sie Runde um Runde konstant eine Pace zwischen 6:42 und 6:51 Minuten auf den Kilometer. Schon nach kurzer Zeit hatte sie sich von ihrer AK-Konkurrentin abgesetzt. Die 10 km Zwischenzeit von 01:07 ließ auf eine gute Endzeit hoffen. Während Juri inzwischen eine Verwarnung hinnehmen musste, schienen die Gehrichter mit Roswithas Stil zufrieden zu sein. Zwischen km 13 und 15 ließen die Kräfte nach, die nasse Kälte ließ die Muskeln steif werden. Auch bei Juri machte sich dies bemerkbar, deutlich ging sein Tempo zurück. So war Roswitha Ebel ziemlich erstaunt, als sie Juri wenige Runden vor Schluss in gar nicht so weiter Entfernung vor sich sah. Konnte sie es vielleicht sogar schaffen, auf ihren Teamkollegen und Trainer aufzuschließen? Das weckte den Kampfgeist, so sehr, dass sie Juri in der vorletzten Runde einholen und letztlich vorbeigehen konnte. Mit 02:16:52 erreichte Roswitha Ebel als Deutsche Meisterin 2016 in der AK W 50 das Ziel, nur um 36 sec an ihrer Vorjahresbestzeit vorbei. Neben dem Sieg war es für sie eine Bestätigung ihrer Leistung, ohne Ermahnung oder gar Verwarnung über die Distanz zu kommen. Eine Minute später mit 2:17,48 Stunden erreichte Juri Ivanov das Ziel. Etwas enttäuscht, dass er über sechs Minuten hinter seiner Zeit aus dem letzten Jahr lag, aber am Ende reichte es doch zu einem beachtlichen Platz drei der Altersklasse M 60.