Eine neue Handschrift im Schulbau

Stadtbaurat Carsten Hettwer, Amandus Samsøe Sattler, Architekt aus München, Bürgermeister Heuer und Matthias Brautlecht, Schulleiter des Gymnasiums, v. li. präsentieren den Siegerentwurf für den Neubau der Schule an der Rennbahn. (Foto: D. Lange)

Siegerentwurf für den Gymnasium-Neubau an der Rennbahn steht fest

Langenhagen (dl). Eine hochkarätig besetzte Jury unter der Leitung des Architekten Amandus Samsøe Sattler wählte am Freitag den aus ihrer Sicht besten von insgesamt 16 Entwürfen für das neue Gymnasium an der Theodor-Heuss-Straße. Damit konnten sich der Architekt Gernot Schultz und der Landschaftsarchitekt Johannes Böttger (Köln) mit ihrer städtebaulichen Konfiguration eines Lerndorfes mit kurzen Wegen durchsetzen. Rund zehn Stunden hatte sich die Jury im zweiten Obergeschoss der Mensa des Schulzentrums Zeit genommen, die vorliegenden Entwürfe zu diskutieren und zu bewerten. Sehr schnell schälten sich vier von ihnen als in Frage kommend aus den 16 eingereichten Arbeiten heraus. Die Auswahl fiel den Jurymitgliedern (sechs Architekten, vier Vertreter aus Politik und Verwaltung, unter ihnen Matthias Brautlecht, Leiter des Gymnasiums, dazu drei Mitarbeiter des Steuerungsbüros Constrata und vier Vertreter der Schule als pädagogische Vorprüfer) nicht leicht, denn auch die drei nächst Platzierten boten interessante Ansätze und Lösungen. Am Ende standen vier Preisträger fest und eine Arbeit, die einen Anerkennungspreis für sich verbuchen konnte. Zwar wäre es theoretisch durchaus denkbar, dass einer der drei nachfolgenden Entwürfe nachrücken könnte, falls der Siegerentwurf letztendlich doch nicht zum Zuge käme, aber daran glaubt niemand. Einfach deshalb, weil dieser nicht nur einen innovativen Entwurf mit einer neuen Handschrift im Schulbau darstelle, so Matthias Brautlecht, sondern auch das größte Potenzial bietet. Der Entwurf gliedert sich in vier Klassenhäuser, sogenannte Cluster, wobei die Sekundarstufe zwei im Klassenhaus vier eine eigene räumliche Einheit bildet. Die Klassenhäuser eins bis drei sind im ersten und zweiten Obergeschoss den Klassenräume der Sekundarstufe eins vorbehalten. Die Fachunterrichtsräume, das zentrale Lehrerzimmer, die Bibliothek wie auch die Verwaltung und die Haustechnik befinden sich auf der Erdgeschossebene. Verglaste Fronten des Bibliotheks- und Ganztagsbereichs erlauben den Blickkontakt zum Außengelände. Foyer und Aula, ebenfalls im Erdgeschoss, können sowohl separat als auch zu einer Einheit miteinander verbunden und genutzt werden. Desgleichen erlauben die benachbarten Musikräume eine Erweiterung zur Aula und stehen ihrerseits als Einheit, außerhalb des Schulbetriebs, für Veranstaltungen zur Verfügung. Der ganze Schul-Komplex zwischen dem Rennbahnparkplatz im Norden sowie dem Regenrückhaltebecken im Süden nimmt in seiner Anlage nicht nur die Ost-West-Achse des Schwimmbades auf, mit dem Sporthallenkomplex einschließlich Mensa als Riegel und Schallschutzpuffer nach Westen zur Theodor-Heuss-Straße. Durch großzügige Verglasungen auf beiden Seiten wird gleichzeitig auch der transparente Charakter des Schwimmbad-Gebäudes wieder aufgegriffen. Der Komplex mit einer drei- und einer Zweifeldhalle beherbergt auf gleicher Erdgeschossebene die Mensa des Gymnasiums mit direktem Blick und Zugang von und zum Außengelände. Damit ist diese Einheit an Wochenenden ohne Einbeziehung des Schulbereichs auch für Wettbewerbe nutzbar. Im weiteren Verlauf der Diskussionen und im Zusammenwirken von Stadt, Politik und Schule wird der ausgewählte Siegerentwurf, der sich im veranschlagten Kostenrahmen von knapp 70 Millionen bewegen soll, sicher noch die eine oder andere Detailveränderung erfahren. Unter Einbeziehung diverser Vergabeverfahren für das Bauvorhaben wird allgemein mit dem Spatenstich in 2019 gerechnet und der Fertigstellung „des außergewöhnlichen Lernortes, in dem sich die Schüler wie zuhause fühlen können“ etwa 2021.