Eine nicht schwerwiegende Steigerung

Alexander Zimbehl: "Die Lage in Langenhagen ist relativ unkritisch." (Foto: O. Krebs)

Polizeikommissariat Langenhagen legt Verkehrsunfallzahlen für 2016 vor

Langenhagen (ok). Die allerbeste Nachricht gleich zu Beginn: Seit mehr als zwei Jahren gibt es keinen Verkehrstoten mehr in Langenhagen. Und im Vergleich zum Vorjahr lediglich elf Verkehrsunfälle mehr; die Gesamtzahl liegt jetzt bei 1.657. Alexander Zimbehl, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, fasst kurz und bündig zusammen: „Die Lage in Langenhagen ist relativ unkritisch.“ Und das, obwohl die Verkehrsbelastung im vergangenen Jahr durch den Bau auf der Autobahn 2 und auch auf der Bothfelder Straße 2016 besonders hoch war. Um zwölf Prozent gestiegen ist die Zahl der Verkehrsunfälle am Langenhagener Knotenpunkt Langenforther Platz mit zwei Hauptverkehrsadern und der Stadtbahnlinie.
Neu als Schwerpunkt ist nicht zuletzt wegen der Bauarbeiten das Gebiet Bothfelder Straße/Söseweg dazugekommen. Besonders auffällig bei so genannten Parkplatzremplern ist das CCL, der Flughafen sowie die Einkaufszentren an der Elisabethkirche und am Osttor. Was die Art der Verkehrsunfälle angeht: Die Zahl der Schwerverletzten ist von 2015 um drei auf 26 runtergegangen; die Zahl der Leichtverletzten um 13 auf 199 gestiegen. Zwei Risikogruppen sind auszumachen: Die 18- bis 24-Jährigen mit 30 und die Senioren mit 24 Unfällen; Vorfälle mit Fahrradfahrern und Fußgängern gab es nach Auskunft Zimbehls 2016 mit 90 und 36 relativ wenig; ebenso mit 136 bei Lastwagen vor dem Hintergrund, das das Speditionsgewerbe in Langenhagen eine große Rolle spiel. Und bei den Senioren? Zimbehl: „Dort gibt es eine Steigerung der Unfallzahlen, aber nicht mit schwerwiegenden Folgen.“ Eine hohe Dunkelziffer gebe es allerdings bei Unachtsamkeit im Verkehr, bei der Nutzung vom Handy am Steuer. Sei es beim Telefonieren oder auch beim Tippen von SMS oder WhatsApp. Drei Unfälle mit lebensgefährlichen Verletzungen hatte Alexander Zimbehl exemplarisch mitgebracht: So hat eine 80-Jährige am 9.September den Reuterdamm überquert, wurde von einem Auto erfasst und lebensgefährlich verletzt; einen Tag später ist ein 59-jähriger Motorradfahrer von einem Auto an der Theodor-Heuss-Straße überrollt worden und am 6. Dezember hat ein Wagen einen 60-Jährigen beim Überqueren der Fahrbahn erfasst. Lediglich einen Unfall gab es allerdings mit der Stadtbahn. Noch einmal zu den Verkehrsunfallfluchten: Die Zahl ist im vergangenen Jahr von 502 auf 487 gesunken, mehr als ein Drittel der Delikte ist aufgeklärt worden.
Zugenommen haben Alkohol (plus 17, 5 Prozent) und Drogen (plus 28 Prozent) im Straßenverkehr. Kommissariatsleiter Andreas Alder schätzt die Dunkelziffer als relativ hoch ein. Im abgelaufenen Jahr war ein Schwerpunkt die Kontrolle im öffentlichen Straßenverkehr; den Sündern drohten Ordnungswidrigkeitenanzeigen, Bußgelder und sogar Strafanzeigen. In diesem Jahr soll der Flughafen noch genauer unter die Lupe genommen werden. Andreas Alder: „Einige Verkehrsteilnehmer scheinen den öffentlichen Verkehrsraum mit einem Betriebsgelände zu verwechseln.“ Und er macht die Öffentlichkeit noch an einem anderen Ort deutlich: „Die Pferderennbahn ist kein Verkehrsuübungsplatz.“