Eine schwarze Krähe im Blickpunkt

Krähenwinkeler Wappen wurde vor 40 Jahren genehmigt

Krähenwinkel (kr). Für die Entstehung des Ortsnamens Krähenwinkel gibt es keine eindeutige Quellen. In den Schriften des Chronisten Helmut Biermann gibt es allerdings eine ganz plausible Erklärung. Als Teil der ursprünglichen Hagensiedlung endete das Dorf in einer leichten Biegung der jetzigen Walsroder Straße in Richtung Wagenzelle. In diesem Raum hatten die "Krain", die Krähen, ihre Horst- und Futterplätze. Die Krähe, Wodans Vogel, fand seit Menschengedenken hier ihre Futterstelle. Der Vogel gilt als intelligent, der menschliche Ansiedlungen bevorzugt. Nach der nordischen Mythologie saßen stets zwei Raben auf den Schultern des Gottes Wodan und versorgten ihn mit allen Neuigkeiten dieser Welt. Rodeansiedlungen, die am Ende einer Siedlungsanlage gegründet wurden und dazu noch etwas aus der geraden Linie fallen, nannte man "Winkel". Da lag es dem Volksmund nahe, daraus bald "Krain - Winkel" zu machen. Folgerichtig, die Krähe zum Wappentier zu machen In den alten Unterlagen findet man übrigens noch weitere Schreibweisen: Im Kreienwinckell, Auf dem Kreyenwinkel, Kreyenwinkell, Kraenwinkell und natürlich Krähenwinkel. Das Wappen einer Gemeinde ist das Siegel der Eigenständigkeit. Krähenwinkel hatte keine geschichtlichen Grundlagen und bot auch keine überragenden alternativen Gegebenheiten, die für ein Ortswappen hätten ausgewertet werden können. Am 13. Juni 1962, also fast genau vor 40 Jahren, wurde vom Rat der Gemeinde für das neue Wappen folgender einstimmiger Beschluss für die Ausführung gefasst: "Im goldenen Schild, auf erniedrigtem grünen Sparren, eine auffliegende, silberbewehrte schwarze Krähe." Bereits einen Monat später erteilte der Regierungspräsident die Genehmigung zur offiziellen Nutzung des Wappens.
Entworfen hat das Wappen Alfred Brecht. Er hatte in seinem Genehmigungsantrag bei den Behörden auf vier Seiten eine detaillierte Begründung vorgelegt. Zum Abschluss heißt es: "Einige Forscher haben den Ortsnamen zwar zu den Scherznamen verwiesen, der aber einen Sinngehalt birgt, wenn wir ihn, ohne daran herumzudeuteln. so nehmen wie er uns geläufig geworden ist: Krähenwinkel. Er bietet für unsere Phantasie weiten Spielraum und bezeugt zugleich, dass unsere Ahnen humorvolle Leute waren, die eigentlich alle Dinge ihrer Umwelt heranzogen, wenn sie ihrem Wohnsitz Namen geben wollten." Der 1983 verstorbene Künster Brecht arbeitete viele Jahre als freischaffender Grafiker und Heraldiker. Zum Gesamtwerk zählen 250 Kommunal- und Familienwappen, 72 davon führen mit der Genehmgung des Innenmisters die entsprechenden Kommunen des ehemaligen Landkreises Hannover als ihr Wappen. Darüber hinaus hinterließ Alfred Brecht 1500 Federzeichnungen, viele Radierungen, Aquarelle und Ölgemälde. Seine Hauptmotive stammen aus dem ländlichen Raum. Seine künstlerischen Spuren hat er auch in Langenhagen hinterlassen. Kürzlich widmete ihm das Stadtarchiv eine Sonderausstellung.