Eine üppige Oase der Ruhe

Bei der Auszeichnung (von links): Bürgermeister Friedhelm Fischer, Ilse Abrahams, erster Platz, Dietmar Schumacher, 1. Vorsitzender, Erika Schumacher, Gewinnerin Damenpokal, Heinrich Köller, Ehrenvorsitzender, Waldemar Wirch, dritter Platz, Kurt Lehmann, zweiter Platz.Foto: D. Lange

Die Verleihung des Goldenen Spatens

Langenhagen (dl). So muss es wohl im Paradies sein, wo einem die Trauben buchstäblich in den Mund wachsen. Dieser Eindruck drängt sich förmlich auf unter der Pergola im Garten von Ilse und Erwin Abrahams. Die Weinreben bilden ein dichtes Blätterdach, von dem große Trauben mit dicken, blauen Weinbeeren herabhängen. Man braucht nur zuzugreifen. Am Haus ein ganz ähnliches Bild. Hier wachsen die hellen Sorten, eine von ihnen kernlos. Von der Sonne verwöhnt sozusagen. Selbst der Rasen ist, wie er sein soll. Eine dunkelgrüne, dichte Grasdecke ohne Moos oder Klee dazwischen. Dazu stehen überall viele große Kübel im Garten mit Paprika, Auberginen und vor allem Tomatenpflanzen verschiedenster Sorten. An ihnen hängen dicke rote Fleischtomaten, schlanke Flaschentomaten oder kleine Cocktailsorten. Das Gewächshaus, das zur Klimasteuerung über automatische Fenster und ein Umluftgebläse verfügt, ist ebenfals voll mit Tomaten. Nur noch ein schmaler Gang in der Mitte lässt noch etwas Platz dazwischen. Prächtige Rosen auf den Beeten blühen neben Geranien und vielen anderen Blumen und am Zaun stehen Apfelbäume, die zu Spalieren gewachsen sind. Letztlich waren sicher auch die Juroren vom Kleingartenverein Steuerndieb sehr angetan von dieser paradiesisch anmutenden Idylle, sodass sie den Garten der Abrahams im Wettbewerb um den Goldenen Spaten als den schönsten in der Gartenanlage Rennbahnblick auf den ersten Platz wählten. Das alles entsteht sicher nicht von alleine und macht viel Arbeit, wie man ahnt, aber das Ehepaar Abrahams kommt auch nicht nur zum Arbeiten in den Garten: „Beileibe nicht. Wir sind oft hier, relaxen und genießen den Tag“. Und was ist nun das Geheimnis all dessen? Ein „grüner Daumen“ kann schon mal nicht schaden, viel Spaß und das gewisse Quäntchen „gewusst wie“ ebenso wenig. Ilse Abrahams plaudert dazu ein bisschen aus dem Nähkästchen und erzählt von der richtigen Verwendung der Komposterde, von ihrer Art, Unkraut zu jäten und von ihren Frühkartoffeln. Das muss näher erklärt werden: „Ich lasse die Kartoffeln schon früh im Januar oder Februar keimen“, sagt sie. „Nach dem Frost kommen sie in die Erde und im Juni können wir zum Spargel schon unsere eigenen Frühkartoffeln ernten. Die vielen Tomaten brauche ich für meinen selbst gemachten Ketchup und der Wein wird zu Traubensaft verarbeitet. Ebenso die Äpfel. Vieles lässt sich zudem sehr gut einfrieren. Fruchtsaft kaufe ich schon lange nicht mehr. Der Industriesaft schmeckt einfach nicht“. Es versteht von selbst, dass auch die Familie mit den selbst produzierten Gartenerzeugnissen ausreichend versorgt wird. Und weil das alles offenbar noch nicht reicht, ist sie auch noch für ihre zwei-, vier- und achtjährigen Enkel da und singt in der Kantorei der Elisabethkirche.