Eine Veranstaltung mit Kult-Status

Das Ehepaar Christa und Georg Mitschke (vorne) mit Lutz Döpke (hinten links) und Harald Sandmann. (Foto: K. Raap)
 
Thorsten Seibert bei seinem Xylofon-Bravourstück „Zirkus Renz“, das er zum Schluss noch einmal wiederholen musste. (Foto: K. Raap)

Blasorchester mit tollem Serenaden-Konzert bei Mitschkes

Schulenburg (kr). Das Konzept scheint auf den ersten Blick ziemlich simpel zu sein. Man funktioniere eine Reithalle in einen Konzertsaal um, statte ihn mit rustikalem Mobiliar aus, verpflichte ein Blasorchester, und heraus kommt eine tolle Veranstaltung. Das würde natürlich überhaupt nicht funktionieren, ständen hinter dieser Planung nicht ebenso beliebte wie einfallsreiche Gastgeber mit einem riesigen Freundeskreis. Die Rede ist von den in ihrer Art einzigartigen Serenaden-Konzerten, die Georg und Christa Mitschke seit mehr als zwei Jahrzehnten in Zusammenarbeit mit dem Blasorchester der Stadt Langenhagen in Schulenburg auf die Beine stellen. Und diese Veranstaltungen haben sich längst zu Events mit Kultstatus entwickelt. Wer etwa erst eine Stunde vor Beginn der immer sehr gut besuchten Konzerte mit dem Auto heranfährt, kann mit Sicherheit nicht mehr vor der Tür parken. Wer die Reithalle betritt, ist von der ganz besonderen Atmosphäre sofort angetan. Dafür sorgt auch die liebevolle Dekoration der Tische mit Zierkürbissen, Äpfeln, Vogelbeeren und Teelichtern. Das lukullische Angebot vom Grill und die Gerichte der Fisch Kate Laatzen kamen bestens an. Für die Besucher äußerst bequem: Getränke wurden vom aufmerksamen Service-Team auch am Tisch serviert.
Auch die Politiker vor Ort haben längst die Bedeutung dieser Einrichtung richtig eingeordnet und natürlich ein freundschaftliches Verhältnis zu den Mitschkes. „Diese Konzert-Veranstaltungen sind aus dem kulturellen Leben der Ortschaft längst nicht mehr wegzudenken“, betonte der stellvertretende Bürgermeister Lutz Döpke, als er zum Auftakt der Veranstaltung einen Blumenstrauß überreichte, „es ist toll, dass Georg und Christa die Halle immer wieder für dieses musikalische Ereignis bereitstellen.“
Das Musikprogramm des Blasorchesters der Stadt Langenhagen unter der Leitung ihres neuen Chefs Harald Sandmann ließ keine Wünsche offen. Vielseitigkeit war Trumpf. Zu hören unter anderem die Dauerbrenner „Tulpen aus Amsterdam“ und „Rosamunde“, bekannt auch unter dem Titel „Beer Barrel Polka“ sowie Hits von Michael Jackson. Natürlich durften auch Märsche nicht fehlen. So erklangen Beethovens „Yorkscher Marsch“, übrigens Bestandteil des Großen Zapfenstreichs, Melodien vom König der amerikanischen Marschmusik John Philip Sousa, und der weltberühmte Radetzky-Marsch von Johann Strauss Vater, in dem die Stellen zum Klatschen vom Dirigenten vorgegeben werden. Die Interpretation von Ennio Morricones weltberühmter Melodie „Spiel mir das Lied vom Tod“ aus dem gleichnamigen von Sergio Leone inszenierten Italo-Western geriet dann schon zu einer spannenden symphonischen Dichtung. Souverän gestaltete Schlagzeuger Thorsten Seibert das Bravourstück für Xylofon „Zirkus Renz“. Die Zuhörer waren derart begeistert von der virtuosen Wiedergabe, dass sie gegen Schluss der Veranstaltung eine Wiederholung des Stücks per Applaus erzwangen. Der bestens aufgelegte Harald Sandmann trat in Schulenburg nicht etwas mit einer B-Elf an, sondern mit einem akkurat vorbereiteten 40-köpfigen Klangkörper in Bestbesetzung. Riesenbeifall für hervorragende sinfonische Blasmusik.