Eine Welle der Solidarität

Gymnasiasten sammeln fast 500 Unterschriften für syrische Mitschüler

Langenhagen (ok). Schulleiterin Irene Kretschmer ist beeindruckt von der Solidarität, die Mohammed und Achmed Kolthoum aus der Schülerschaft entgegenschwappt. Den beiden syrischen Flüchtlingen und ihrer Familie droht nach Auskunft von Gymnasiallehrerin Edda Skowronek im Januar die Abschiebung, zumindest nach Bulgarien. Das Land, über das sie erst im September in die Europäische Union eingereist sind. Für alle wäre das ein Jammer, die beiden hätten sich in der neunten und zehnten Klasse gut integriert und schon viele Freunde gefunden, seien sehr interessiert. Auch mit dem Deutsch klappe es dank Extra-Unterrichts zunehmend besser. "Achmed war bei der Weihnachtsfeier sogar als Weihnachtsmann unterwegs", erzählt Edda Skowronek stolz. Jetzt hat die Klasse 10 b, in die Mohammed geht, spontan eine Unterschriftenaktion im Gymnasikum initiiert, als sie vom drohenden Schicksal der Familie gehört hat. Etwa 400 bis 500 Unterschriften sind zusammengekommen; die Petition übergibt Irene Kretschmer jetzt dem Anwalt der Familie, der um das Bleiberecht kämpft. Nun hoffen alle Mitschülerinnen und Mitschüler, dass die beiden auch das nächste Weihnachtsfest in ihrem Kreise verbringen dürfen. Denn: "Die zwei sind so engagiert und möchten auch lernen. Es wäre bitter, wenn es ihnen verwehrt würde", sagt Edda Skowronek. Insgesamt besuchen neun Flüchtlingskinder das Langenhagener Gymnasium, allerdings nicht alle aus Syrien.