Eine Weltraumkamera in 23.000 Metern Höhe

Startvorbereitungen für den Aufstieg des Ballons mit der Kamera.

Astronomie-AG des Gymnasiums holt sich Bilder aus dem All

Langenhagen (ok). Die Sechst- bis Zwölftklässler am Langenhagener Gymnasium beschäftigen sich mit schwarzen Löchern, Galaxien und Sternen; Astronomie ist ihr großes Steckenpferd. Vor drei Jahren von Physik- und Chemielehrer Torsten Hugenberg gegründet, haben sich die Mädchen und Jungen der Astronomie-Arbeitsgemeinschaft zuerst theoretische Grundlagen bei Präsentationen und Vorträgen angeeignet. Dann ging es in die Praxis: Mit einem Spiegelteleskop mit einer Tubenlänge von einem Meter haben sie Planeten außerhalb des Sonnensystems beobachtet, auch die Plejaden einen offenen Sternenhaufen. Und bei der Sonnenfinsternis im März waren die Schülerinnen und Schüler ebenfalls aktiv. Das neueste Projekt ist jetzt in den Sommerferien über die Bühne gegangen – die Jugendlichen haben eine so genannte Space-Cam, eine Weltraumkamera, an einem Wetterballon installiert und ihn auf 22.900 Meter Höhe steigen lassen. Die Außentemperatur kann dort auf minus 70 Grad Celsius sinken. Innentemperatur, Außentemperatur, Höhe, Druck – alles Daten, die die Schüler im Internet recherchiert haben und die sie jetzt mit der Realität mit Hilfe von Sensoren vergleichen wollen. Nachdem die Hülle nach etwa einer Stunde wegen des hohen Außendrucks zerplatzt ist, ist die Space-Cam mit einem Ballon gesunken und nach wiederum einer Stunde auf der Erde angekommen. „Wir haben Glück gehabt, dass sie nicht auf einem Baum oder einer Straße gelandet ist“, sagt Lehrer Torsten Hugenberg. Gegen Schäden war der Flug vorher mit etwa einer Million Euro versichert worden. Der Fundort, der durch eine GPS-System angezeigt worden ist: Wittstock an der Dosse, rund 220 Kilometer von Langenhagen entfernt. Schnell machte sich die Gruppe auf den Weg und hatte Glück – die Kamera war noch unversehrt am Ort der Landung. Jetzt werden erst einmal die Bilder und die Daten ausgewertet und abgeglichen, bevor demnächst ein neuer Ballon auf die Reise geschickt werden soll. Zielhöhe: etwa 35.000 Meter.