Einsaat mit Segen der Bundesagenda geplant

Die Jugendlichen Noori (von links), Falah, Azar, Barlina, und Silwan wollen gerne im Garten arbeiten. Ebenso die Unterstützer beim Treffen auf der Fläche mit Dorthe Büsche, Claudia Bergmann, Reinhard Cichowsky, Wolfgang Langrehr, Florian Windeck, Dieter Treytnar und André Liebermann. (Foto: G. Gosewisch)

Bisher nur Theorie zum Projekt „Öffentlicher Garten“

Kaltenweide (gg). Die Spannung steigt. Ein öffentlicher Blumen- und Gemüsegartensoll am IKEP an der Pfeiffengrasstraße entstehen. Diese Idee, die von Wolfgang Langrehr (Ortsrat) und dem Verein BfK (Bürger für Kaltenweide) Anfang letzten Jahres entwickelt wurde, um Flüchtlinge zu integrieren, hat bisher immer mehr administrative Strukturen bekommen, ist sogar auf Bundesebene angekommen. Nun soll der Boden auch angefasst werden.
„Einfach loslegen geht eben nicht“, sagt Wolfgang Langrehr rückblickend. Er freut sich, dass er die Unterstützung der Stadtverwaltung hat, sodass die Grünland-Fläche vom BfK nun gepachtet werden konnte. „Dank der Kooperation mit dem AWO-Jugendwerk haben wir einen Container für die Gartengeräte, Wasseranschluss und Toiletten. Und ohne das Einwerben von Fördergeldern hätten wir kein Budget, dann wäre es schwierig geworden“, erklärt er. Nicht nur die Stadtverwaltung und der Ortsrat fördern das Projekt, auch die Region ist mit einer Subvention in Höhe von 3.300 Euro beteiligt. Sogar beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ist das Projekt über die Zuordnung zur agenda 2030 verortet, eine Fördersumme von 5.000 Euro steht zur Verfügung, weil internationale Beziehungen in das Projekt verwoben werden. Organisator Wolfgang Langrehr sagt: „Daraus entwickelt sich ein gemeinsames Projekt mit der befreundeten Stadt Bijeljina in Bosnien-Herzegowina.“ Gekümmert habe sich um diesen Aspekt die städtische Integrationsbeauftragte Justyna Scharlé.
Nach wie vor voller Tatendrang sind die Unterstützer der ersten Idee, was die Organisatoren sehr zu schätzen wissen. „Alleine können wir hier gar nichts machen“, sagt Wolfgang Langrehr beim Blick auf die Größe der Fläche. Rund 1.000 Quadratmeter stehen für „viel Arbeit“. Unterstützer Dieter Treytnar (Interessengemeinschaft Weiherfeld-Kaltenweide) staunt bei der Besichtigung über die Dimensionen. Florian Windeck vom BfK wünscht sich bei der Gartenarbeit Unterstützung aus Schulen und Kindergärten. „Da ist sicherlich etwas möglich, denn es ist ja eine freie Zeiteinteilung gegeben.“ Dass es beim Gärtnern auch um das Einhalten von notwendigen Arbeitsschritten geht, dass die Witterung Fristen vorgibt, ist allen Beteiligten klar. Zu einigen fest terminierten Arbeitseinsätzen wolle man sich verabreden, aber vieles sei noch offen. Zum Stichwort Arbeitskalender sagt Wolfgang Langrehr: „So weit sind wir noch nicht.“ „Das Spannende ist das Gemeinsame“, sagt Unterstützer Reinhard Cichowsky vor Ort bei einem Treffen. Engagiert ist auch Claudia Bergmann. Sie sagt: „Wir haben nur Balkonkasten-Erfahrung.“ Die Freude am Ausprobieren soll im Vordergrund stehen. Die strahlenden Gesichter, auch unter den Jugendlichen aus der Nachbarschaft (Unterkunft Pfeifengrasstraße), deuten auf eine erfolgreiche Arbeit. Bedenken, ob sich Verkrautung und Ernteausfälle einstellen und zukünftiges Engagement eingebremst wird, sind da fehl am Platz. Das Ziel des Projekts bleibt: "Jeder kann mithelfen, jeder kann ernten" .
Wolfgang Langrehr hat die nächsten Aufgaben im Blick. Er hat Landwirt Lutz Reßmeyer bereits um Hilfe gebeten. Dieser hat von den Plänen schon gehört, wird sich gemeinsam mit Wolfgang Langrehr die Fläche anschauen und dann Tipps zum Maschinen-Einsatz geben. Im Gespräch mit dem ECHO sagt er: „Ich muss erst mal schauen, was da ist.“ Klar sei, dass grundsätzlich einiges zu tun ist, wenn aus Grünland nicht nur Ackerland, sondern ein Gemüsebeet werden soll. Er sagt: „Vermutliche muss gefräst und gepflügt werden. Sonst kommt das Gras immer wieder hoch.“