Einsatz am Feldkochherd

Küchenmeister Michael Scholz (links) gibt sein Fachwissen an die neuen Feldköche weiter, unter ihnen auch Steffen Rex (Mitte) aus Langenhagen. (Foto: Johanniter/Timo Brüning)

Ausgebildet: Johanniter-Verpflegungseinheit

Langenhagen. An die Töpfe, fertig, los: Die Verpflegungseinheiten der Johanniter können auch unter widrigen Bedingungen in Windeseile Mahlzeiten für Hunderte Betroffene und Helfer zaubern. Wie das optimal gelingt, lernten 17 angehende Feldköche am vergangenen Wochenende in Wunstorf. Im Auftrag der Johanniter-Akademie Bildungsinstitut Hannover gaben erfahrene Feldköche aus den Ortsverbänden Wunstorf Steinhuder-Meer und Deister ihr Wissen an Teilnehmende aus ganz Niedersachsen weiter. Unter den Teilnehmern war auch Steffen Rex aus dem Nordhannoverschen Ortsverband in Langenhagen.
„Wir haben für ,echte‘ Bedingungen gesorgt und die Teilnehmer kurzfristig mit der Bewirtung einer Veranstaltung herausgefordert“, sagt Michael Scholz, Küchenmeister und Berufsschullehrer. Bekannt als Johanniter-Leckermacher leitete der erfahrene Profi aus Ronnenberg das Seminar. Nach einem theoretischen Unterrichtsblock, bei dem unter anderem Hygiene, Berufsbekleidung, Qualitätsanforderungen und Unfallverhütung auf dem Plan standen, erfolgte der Einsatzbefehl an die Teilnehmergruppe: Wählt den Küchenchef, teilt die Posten ein und stellt aus dem vorhandenen Warenkorb ein Drei-Gänge-Menü für 50 geladene Gäste her. Nur kurz war Zeit zum Verdauen, dann nahmen die Teilnehmer die Herausforderung an. Mit großem Ehrgeiz wurden auch im Vergleich zum normalen Einsatz zusätzliche Aufgaben bewältigt. Alles sollte stimmen: die Dekoration des Raumes, das Eindecken der Plätze und die Auswahl des Weines. Was die Teilnehmer nicht ahnten: Bereits im Vorfeld hatte Timo Brüning, Leiter des Ehrenamts der Johanniter aus Wunstorf, Mitglieder des Johanniterordens und Helferinnen und Helfer aus teilnehmenden Ortsverbänden zum Testessen eingeladen. Ihrer Kritik sollten sich die Nachwuchsköche stellen.
Der Truppführer aus der Verpflegungseinheit des Ortsverbands Hannover-Wasserturm, Mehmet Özlüer, wurde zum Küchenchef ernannt. Auf sein Kommando gab es dann Blattsalate mit Schnittlauch-Vinaigrette, Tomate, Gurke, Radieschen, Blattpetersilie als Vorspeise. Es folgte als Hauptgang Hühnerfrikassee mit Spargel und Risi-Bisi-Reis. Den Abschluss bildete ein Kaiserschmarrn mit Zwetschgengröstl. Die Nachwuchsköche stellten dieses Menü ausschließlich in der Feldküche her. Peter Spreter von Kreudenstein aus dem Johanniterorden lobte schließlich Küchenchef Mehmet Özlüer und Ausbilder Michael Scholz für das ausgezeichnete Essen und verlieh beiden stellvertretend für alle Mitwirkenden einen goldenen Kochlöffel. „Darüber freuen wir uns sehr“, sagt Ausbilder Michael Scholz. „Es ist nicht selbstverständlich, dass es allen schmeckt.“
Für die Kochcrew stand nach dem Testessen dann noch die Nullstellung der Küche auf dem Programm. Feldküchen und Material wurden gesäubert und für die nächste Nutzung vorbereitet. Denn Sauberkeit und Hygiene ist das oberste Gebot in der Feldküche. Mit deren Besonderheiten hatte vor dem Großeinsatz der Wunstorfer Gruppenführer Technik und Sicherheit, Michele Sciacca, umfassenden vertraut gemacht und einen Einblick in Gasprüfung und Lecksuche, Brandschutz und Brandbekämpfung gegeben. Darüber hinaus unterwies er die Teilnehmer im fachgerechten Aufbau.
Wissen über Warenkunde, Schnitt- und Gartechniken mit Einblicken in die Nährstoff- und Lebensmittelkunde sowie Ablaufplanungen in einer Küche wurden in praktischen Beispielen vermittelt. Außerdem schulte Michael Scholz Mengenberechnung, Einkauf und Beschaffung für größere Gruppen. Ein kleiner Einblick in die Diätetik beendete den Lehrgang. Mit vielen neuen Erfahrungen, einer Rezeptsammlung und Zertifikaten zum bestandenen Feldkochlehrgang reisten die Teilnehmer erschöpft aber zufrieden aus der Auestadt in die Heimatverbände ab. Ganz sicher in der Annahme, das Wissen schon bald in folgenden Einsätzen anwenden zu können. „Unser Leckermacher-Logo steht für Qualität“, sagt Michael Scholz. „Und das wollen wir überall zeigen.“
Die Verpflegungseinheit in Langenhagen verfügt derzeit über sechs ständige Mitglieder und wird im Einsatzfall entsprechend der Anforderung mit weiteren Helfern aufgefüllt. Mit Steffen Rex sind nun drei ausgebildete Feldköche einsatzbereit. „Verstärkung können wir aber immer gebrauchen“, sagt Tim Heinrich, Dienststellenleiter der Johanniter aus dem Nordhannoverschen Ortsverband. „Wer Lust hat in diesem besonderen Einsatzbereich bei uns mitzumachen, sollte sich einfach melden.“ Die Johanniter sind erreichbar unter dem gebührenfreien Serviceruf 0800 00 19 214.