Einweihung des offenen Klaviers

Kabarettist Matthias Brodowy sang zur Einweihung des offenen Klaviers mit zahlreichen Zuschauern sein Langenhagen-Lied auf dem Marktplatz. (Foto: D. Lange)

Beschwingter Sommerabend auf dem Marktplatz

Langenhagen (dl). „Play me, I`m yours“ Es war, als hätte Langenhagen nur darauf gewartet. In vielen Städten der USA, in französischen Bahnhöfen, aber auch in Heilbronn und München gibt es sie längst: Liebevoll gestaltete Pianos, die gleichermaßen als attraktive Kunstobjekte den öffentlichen Raum bereichern und jeder, der kann und Lust dazu hat, darf sogar auf ihnen spielen. Nun hat auch Langenhagen ein solches offenes Klavier und nicht etwa der große Nachbar im Süden. Ob Flohwalzer, Alle meine Entchen, Jazz, Pop, Blues, ein wohltemperierter Bach oder ein kunstvoll hingetupfter Mozart, vieles scheint möglich, denn der Fantasie sind bekanntlich keine Grenzen gesetzt. Die rund 250 Langenhagener, die zur Einweihung des offenen Klaviers auf den Marktplatz gekommen waren, sahen das offenbar genauso und erlebten einen heiteren und beschwingten Sommerabend mit viel Musik. Sie ließen sich von dem Kabarettisten Matthias Brodowy und seinem Langenhagen-Lied verzaubern und später sangen sie, mit Albrecht von Blanckenburg am Klavier, Lieder aus den dafür vorbereiteten Liederheften. Musik berührt und verbindet eben die Menschen, über sie können Menschen in Kontakt kommen, gemeinsam singen oder musizieren oder einfach nur zuhören und genießen. Erdacht und in Szene gesetzt wurde die Idee, ein kreativ gestaltetes Klavier an einem zentralen Ort in Langenhagen aufzustellen und für alle zugänglich zu machen, von der Offenen Gesellschaft Langenhagen, womit sich die Initiatoren um Andrea Hesse und Renate Siebler an bereits bestehenden Beispielen in anderen Ländern orientierten. Schnell nahm das Projekt Gestalt an, das Klavier stammt aus den eigenen Reihen und steht jetzt neben der Post in einem wetterfesten Häuschen, welches von Tim Eggers ebenso künstlerisch gestaltet wurde wie das Klavier selbst. Es hat sich gezeigt, dass wo immer die Initiative um wohlwollende Zustimmung, behördliche Genehmigungen oder anderweitige Unterstützung warb, überall rannte sie damit buchstäblich offene Türen ein, ohne zuvor erst mühsam Überzeugungsarbeit leisten zu müssen. Was beispielsweise auch bei Verlagsleiter Thorsten Schirmer nicht wirklich nötig war. Er erklärte spontan und zur Überraschung aller, dass die HAZ und das Langenhagener ECHO gemeinsam die Kosten für das wetterfeste Häuschen übernehmen, auf der künftig alle Sponsoren aufgeführt sein werden. Soviel Unterstützung für ihr ungewöhnliches Projekt, auch und von Seiten der Stadt, hatten die Initiatoren anfangs nicht erwartet. Stellvertretend und zum Dank für sein Engagement bekam Roman Sickau, Referent des Bürgermeisters, von Renate Siebler ein kleines Piano überreicht, gestaltet in den gleichen Farben wie dessen großes Pendant. Ebenfalls farblich entsprechend erhielt Matthias Brodowy einen kleinen Flügel für seine Unterstützung.
Das Klavier steht bis zum 15. September täglich zur Verfügung von circa 9 bis 20 Uhr. An jedem ersten Freitag im Monat um 17 Uhr ist ein offenes Singen für alle geplant. Informationen hierzu und alles, was mit dem offenen Klavier im Zusammenhang steht, findet sich auf der Internetseite www.offene-gesellschaft-langenhagen.de; Kontakt für Termine, Auftritte oder ähnliches gibt es per E-Mail denkwerkstatt-offene-gesellschaft@web.de.