Einweisung, Aufklärung und Abheilung

Tierärztin Susanne Huchzermeyer hat die Druse-Beprobung vorgenommen und gibt nun Entwarnung. (Foto: G. Gosewisch)

Druse-Infektion im Pferde-Pensionsstall Münkel

Kaltenweide (gg). Zwei Druse-Infektionen gab es im Pferde-Pensionsstall Münkel in Twenge. Tierärztin Susanne Huchzermeyer (Gemeinschaftspraxis für Perde Wedemark) erklärt: „Druse ist eine ansteckende Krankheit, aber weder anzeige- noch meldepflichtig. Rechtzeitig erkannt sind die Heilungschancen für die Pferde recht gut. Wie auch hier. Bei ersten Symptomen wurde separiert, am ersten Fiebertag mit Antibiotika behandelt, beide Pferde sind nun in Abheilung.“
Druse-Erreger (Bakterium Streptococcus equi) befallen die oberen Luftwege beim Pferd und verbreiten sich im Tier über das Blut und die Lymphe. Neben schleimig-eitrigem Nasenausfluss, Husten und hohem Fieber kommt es häufig zu einer Vereiterung der zugehörigen Kopflymphknoten. Im weiteren unbehandelten Verlauf kann es ein Übergreifen auf die Lunge geben, in seltenen Fällen kann es auch zu einer Streuung der Abszesse in andere Organe kommen. Die Erkrankung ist ohne Behandlung nicht selten tödlich. Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Infektion mit einem Krankheitserreger und dem Auftreten der ersten Symptome, beträgt drei bis 14 Tage. Zum „verantwortungsvollen Umgang mit der Ansteckungsgefahr“ gab es auf dem Hof Münkel für alle Pferdebesitzer eine Einweisung und Aufklärung. „Pferde mit Symptomen wurden separiert. Es gab Hygienemaßnahmen wie Desinfektionen der Boxen. Der Betriebsleiter hier ist mit dem Thema sehr offen und vorausschauend umgegangen“, sagt Susanne Huchzermeyer. Sie selber habe zudem den Erreger, den Krankheitsverlauf und die Gefahren in einem Vortrag erklärt, um Vorurteilen vorzubeugen. Dafür gab es eine Versammlung aller Pferdebesitzer im Pensionsstall. Völlig falsch sei die Annahme, der Druse-Erreger könne im Menschen wirken. Derlei Gerüchte habe es bei facebook gegeben. „Jeder gibt seinen Senf dazu. Da wird ein Müll verbreitet“, sagt Betriebsleiter Marc Münkel, noch verärgert von den vergangenen Wochen. Wo sich die von Druse befallenen Pferde angesteckt haben, ist völlig offen und wird sicherlich nie geklärt werden. Denkbar ist die Ansteckung auf Turnierplätzen, daher hat Marc Münkel für seinen Betrieb eine Schließung festgestellt, bis eine Ansteckungsgefahr ausgeschlossen werden kann. Er erklärt: „Das heißt, keine fremden Pferde kommen hier her und keine Abgänge, Reisen oder Transporte der hier untergebrachten Pferde werden vorgenommen. Aber ich kann das nur feststellen. Ich kann keinen festbinden. Die Besitzer hier müssen freiwillig mitmachen.“ Susanne Huchzermeyer ergänzt: „Die meisten haben sich daran gehalten.“ Inzwischen gibt es für die große Gruppe der Verdachtsfälle, also die Pferde, die sich an den infizierten Pferden angesteckt haben könnten, Entwarnung. "Auch wenn es keine Symptome gibt, es geht um den Nachweis, dass diese Pferde keine Erreger in sich tragen", erklärt die Tierärztin zu den regelmäßigen Tupferproben tief in der Nase, die im Labor analysiert werden. Dieser Nachweis wird in den nächsten Tagen auch für die Pferde erwartet, die erkrankt waren.