Emotionale Wahrnehmung

Fluglärmschutzbeauftragter zeigt Grenzen auf

Langenhagen (gg). Durchaus als Moderator für die Interessen derer, die sich vom Fluglärm gestört fühlen, sieht sich Reinhart Thomas. Der Fluglärmbeauftragte im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr betonte in seinem Tätigkeitsbericht in der jüngsten Sitzung des Verkehrs- und Feuerschutzausschussses aber auch, dass die Lärmwahrnehmung immer eine subjektive und zudem eine persönlichkeitsabhängige ist: „Den einen stört Fluglärm, den nächsten Nachbarn nicht, das ist sehr unterschiedlich.“ Er ist seit vier Jahren im Amt, nimmt Beschwerden der Bürger auf, prüft Sachverhalte und Einzelbeschwerden. Lärmminderungsmöglichkeiten überhaupt zu finden, ist eine Herausforderung, denn: „Fluglärmgegner hören es nicht gern, aber juristisch gesehen ist alles in Ordnung, so wie es ist. Auch der Nachtflugbetrieb hat rechtlichen Bestandsschutz“, sagt er. Optionen müssen sorgfältig erarbeitet werden und zudem mit technischem Fachwissen überprüft werden. Klar sein müsse jedem, der Fluglärm vermindern will, dass der Flughafenbetrieb ohnehin immer wirtschaftlich orientiert handelt, erklärt Thomas und weiter, „sicher und emissionsarm zu fliegen, ist das betriebswirtschaftliche Ziel. Daran wird sich nichts ändern.“
Als Beispiel für die notwendige differenzierte Betrachtung nannte der Fluglärmbeauftragte die Auswertung einzelner Lärm-Messpunkte: „Airlines, die moderne Maschinen einsetzen, sind da mit höheren Werten auffällig geworden, als andere mit älteren und vermeintlich lauteren Maschinen. Ein absurdes Ergebnis, aber dennoch richtig. Einzelwerte sind nicht aussagekräftig, der Gesamtzusammenhang muss gesehen werden.“ Als guten Hinweis wertete Thomas den Hinweis von BBL-Ratsmitglied Jens Mommsen. Er empfiehlt, dass interessierte Bürger sich das Beispiel für Fluglärmminderung am Flughafen Braunschweig mit dem so genannten „low minimum noise sytem“ im Internet anschauen können.