Empfang in der Synagoge

Elma Softic-Kaunitz, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Sarajevo, zeigte der Langenhagener Schülerin Greta Lehmeier die Synagoge.

Langenhagener Schüler in Sarajevo

Langenhagen. Gerne legen die Organisatoren des Schüleraustausches zwischen Langenhagen und der Partnergemeinde Bijeljina Wert auf die Besichtigung historischer Orte, was ihrer Profession geschuldet ist: Seitens des hiesigen Gymnasiums begleitet Geschichtslehrerin Christine Bühne die Jugendlichen. In Bosnien hat gestaltet Zeljko Dragic das Programm. Der Historiker ist Vorsitzender des Vereins "Hilfe für das junge Leben", eine Initiative zur Völkerverständigung.
Nun informierten sich die Langenhagener Jugendlichen in der jüdischen Gemeinde Sarajevo über die Pogrome vor 78 Jahren. Am 9. November 1938 waren zuerst im Deutschen Reich die Synagogen angesteckt, Friedhöfe geschändet und Geschäftsleute, die als Juden galten, verhaftet und verschleppt worden. Die Pogromnacht bildete den Anfang von gewaltvollen Übergriffen der Nationalsozialisten auf die jüdische Bevölkerung.
Die Jugendlichen erfuhren, dass Sarajevo bis zum Einmarsch der Deutschen im April 1941 eine große jüdische Bevölkerungsanteil hatte. 25 Prozent der Bewohner waren Juden. Die Vorsitzende der askanadischen jüdischen Gemeinde in Sarajevo Elma Softic-Kaunitz hat die Gäste aus Langenhagen in der Synagoge empfangen und ihnen über die Geschichte der Juden in Bijeljina und Bosnien Herzegowina erzählt. Auch Bijeljina hatte knapp 400 jüdische Mitbürger, davon haben 90 Prozent ihr Leben im Holocaust verloren.
Der Verein "Hilfe für das junge Leben" bietet seit 19 Jahren verschiedene Projekte im Bereich Jugendaustausch, Kultur sowie Seminare.