Entwicklungsideen anschaulich vorgestellt

Das Gebäude befindet sich teilweise in einem maroden Zustand.
 
Manche Decken sind sogar einsturzgefährdet.

Investor lud Sanierungsbeirat auf das Norta-Gelände ein

Langenhagen. Die Entwicklung des Sanierungsgebietes Kernstadt-Nord/Walsroder Straße ist ein wesentliches Anliegen des im November 2016 gegründeten Sanierungsbeirates. Acht Mitglieder dieses Gremiums folgten einer Einladung der Stadtplanerin Christine Söhlke und des Investors Jürgen Cramer auf das Norta-Gelände. Die Jürgen Cramer GmbH Burgdorf ist Eigentümerin der Grundstücke Walsroder Straße 163/165 und will diese langfristig entwickeln.
Die Grundstücke befinden sich im westlichen Teil des Norta-Geländes und über diese führte zu Beginn des Treffens ein gut 45 Minuten dauernder Rundgang. Die Mitglieder des Sanierungsbeirates betaten dabei verschiedene Gebäudeteile und verschafften sich einen eigenen Eindruck vom Zustand der Decken, Wände und Fußböden. Der Rundgang endete in einem Zimmer im vorderen Gebäuderiegel, wo Söhlke, Cramer und der vom Investor beauftragte Ingenieur, Thomas Eckert, viele Fragen beantworteten.
Das Gebäude sei in weiten Teilen in einem maroden Zustand und manche Decken gar einsturzgefährdet, weshalb es dem Investor wichtig ist, das davon ausgehende Gefahrenpotential zu beseitigen. Diese bestehe insbesondere für jene Personen, die das Gebäude unberechtigt betreten und auf eigene Faust erkunden wollen. Das Gelände sei aber zu weitläufig, als dass es umfassend gesichert werden könne, führte Eckert aus.
Die Pläne sehen daher vor, in einem ersten Schritt das Gebäude zurückzubauen. Dabei sollen jene Elemente gesichert werden, die eventuell im Neubau wieder verwertet werden könnten. Eine Abrissanzeige sei bereits gestellt. Ein Schadstoffgutachten läge ebenfalls vor.
Nach der Sanierung des Bodens soll in einem weiteren Schritt ein Vollsortimenter mit einer Verkaufsfläche von knapp 2.500 Quadratmeter auf der dann freien Fläche entstehen. Erste Pläne, wo das mit Nebenräumen insgesamt etwa 4.000 Quadratmeter große Gebäude auf der Fläche errichtet wird, liegen vor. Doch wann mit dem Neubau letztlich begonnen wird, dafür sei es viel zu früh, betonte Cramer. Mit den Entkernungsarbeiten soll Ende September angefangen werden, und wie zügig der Rückbau vonstattengehe, könne derzeit niemand abschätzen.
Eines war jedenfalls am Ende des knapp zweistündigen Treffens klar. Die nächsten Besucher würden in Kürze eintreffen. Denn ebenso wie den Sanierungsbeirat hatten Cramer und Eckert die unmittelbaren Nachbarn eingeladen, um auch diese im Gebäude zu informieren und ihnen von ihren Entwicklungsideen zu berichten.
Die Norddeutsche Tapetenfabrik wurde 1903 gegründet und beschäftigte in den Jahren ab 1938 mehr als 5.000 Mitarbeitern. Im Jahr 1979 wurde sie geschlossen. Während der vergangenen 40 Jahre wurde das Gelände zwischengenutzt von Handwerksbetrieben und Dienstleistungen. Einige Flächen sind seit Jahrzehnten ungenutzt. Bereits in der Vergangenheit wurden Gebäudeteile teilweise als abgängig eingestuft und standortgerechte Nutzungen als störend und den Leerstand als städtebaulichen Missstand eingeschätzt. Eine Wiederbelebung als Gewerbestandort wurde als nicht möglich angesehen.