Er hat Spuren hinterlassen

Georg Nowak gehört zu den ältesten Bürgerinnen und Bürgerm in Langenhagen. Zum 100. Geburtstag kamen zahlreiche offizielle Gratulanten. Foto: E. A. Nebig

Georg Nowak vollendete sein 100. Lebensjahr

Langenhagen (ne). Der Hoch- und Tiefbauingenieur Georg Nowak feierte am vergangenen Dienstag im Kreise seiner Familie einen seltenen Geburtstag. Er wurde 100 Jahre alt! Hohes Alter ist in seiner Familie die Regel. Als er am 22. Dezember 1910 in Laurahütte in Oberschlesien geboren wurde, regierte Kaiser Wilhelm II. Als er eingeschult wurde tobte der Ersten Weltkrieg und später nach Kriegsende entbrannten die Kämpfe um Oberschlesien. Als er studierte, herrschten in der Weimarer Republik politisch unruhige Zeiten, die schließlich in Nationalsozialismus und Weltkrieg mündeten. Krieg und Gefangenschaft als Soldat blieben ihm erspart, denn als Bau-Ingenieur wurde er dringend an der sogenannten Heimatfront gebraucht, um mitzuhelfen, die Versorgung zu sichern. Nicht erspart blieben ihm und seiner Familie nicht die Vertreibung aus der oberschlesischen Heimat und der nicht einfache Neuanfang 1945. Über Bad Eilsen und Braunschweig führte der Lebensweg nach Hannover und schließlich 1984 nach Langenhagen. Als Hoch- und Tiefbau-Ingenieur hat er in seinem Berufsleben vor allem in Niedersachsen Spuren hinterlassen. Zum Beispiel ein Kraftwerk im Harz, die Untertunnelung des Hauptbahnhofs in Hannover im Zuge des U-Bahnbaues und den Neubau der im April 1945 beim Kampf um Lingen/Ems gesprengten historischen Schepsdorfer-Emsbrücke, über die einst die sogenannten Hollandgänger aus ganz Niedersachsen zur Arbeit in die Niederlande gezogen waren. Doch das ist eine andere Geschichte – eine sehr aufregende erlebte er aber beim U-Bahn-Tunnelbau, als er des Nachts dem Bett geklingelt wurde und mitgeteilt wurde: „Herr Ingenieur kommen sie schnell, der Bahnhof wackelt!“ Glücklicherweise passierte nichts, die statischen Berechnungen waren exakt. Der Jubilar ist seit 2003 verwitwet. Geblieben sind ihm Sohn und Tochter mit ihren Lebenspartnern sowie ein Enkel. Alle wohnen in Langenhagen und Umgebung. Georg Nowak lebt am Eiselenweg und wird dort von seiner Tochter, Inge Schwanecke, einer Staatsanwältin, umsorgt. Als junges Mädchen habe sie den Vater oft auf seinen Dienstreisen begleitet und ihn mit der Mutter auf Baustellen in ganz Niedersachsen besucht, wenn er dort unabkömmlich gewesen sei. Eine große Leidenschaft des Vaters sei früher das Motorradfahren gewesen, und dieses Hobby habe sie schnell geteilt. Zunächst im Beiwagen, später auf dem Sozius und schließlich auf der eigenen Maschine, erzählte sie beim Besuch des ECHO. Zum Geburtstag fanden sich zahlreiche offizielle Gratulanten ein. Dazu gehörten unter anderen die stellvertretende Präsidentin der Region Hannover, Doris Klawunde, der erste stellvertretende Bürgermeister der Stadt Langenhagen und Ortsbürgermeister in Godshorn, Willi Minne sowie Pfarrer Klaus-Dieter Tischler. Sie überbrachten die offiziellen Glückwünsche des Regionspräsidenten Hauke Jagau sowie die der Stadt und der katholischen Gemeinde. Das ECHO schließt sich den Gratulanten an und wünscht dem Jubilar weiterhin viel Gesundheit auf dem weiteren Lebensweg.