„Erhebliche Belastung“

Bürgermeister Heuer kommentiert Erzieher-Streik

Langenhagen (gg). „Der Streik verlangt allen Beteiligten viel ab. Belastet sind die Kinder, die Eltern, die Erzieher selbst, aber auch die Mitarbeiter in der Stadtverwaltung, die eine Notversorgung organisieren“, kommentiert Bürgermeister Mirko Heuer in diesen Tagen den seit 8. Mai andauernden Arbeitskampf, der in Langenhagen Wirkung zeigt – Krippen, Kitas und Horte in städtischer Trägerschaft sind geschlossen. Erzieher, Sozialarbeiter und Sozialpädagogen sind nach Vorgabe der Gewerkschaft verdi bundesweit im Ausstand und wollen Druck auf den Arbeitgeber (Vereinigung kommunaler Arbeitgeber) ausüben, um eine Aufwertung des Sozial- und Erziehungsdienstes zu erreichen – eine höhere Eingruppierung und eine Gehaltssteigerung um rund zehn Prozent.
Streikleitung in Langenhagen haben Claudia Strathmann, Erzieherin in der Kita Kielenkamp, und Martin Bigalke, Sozialarbeiter, inne. In einem offenen Brief wendeten sie sich an Bürgermeister Mirko Heuer und warben um seine Unterstützung bei der Forderung nach mehr Vollzeitstellen und attraktiveren Arbeitsplätzen. Im Pressegespräch erklärt Mirko Heuer, dass es zwar Bestreben der Stadtverwaltung sei, Vollzeit- statt Teilzeitstellen zu schaffen, sich dies in der Praxis aber als schwierig erweise, und: „Mit der Ausweisung von sogenannten Brennpunkten (höhere Anforderungen an die Beschäftigten) werden in Hannover Gehaltszuschläge ermöglicht und wir in Langenhagen sehen ein Abwandern der Fachkräfte, weil wir da nicht mithalten können. So geht es nicht weiter.“ Insgesamt äußert der Bürgermeister Verständnis für die verdi-Forderungen, denn die Aufgaben der Beschäftigten würden sich stetig erweitern. Nicht nachvollziehen kann er allerdings die verdi-Verhandlungsführung in Bezug auf die Notgruppenvereinbarung, denn die sei an Bedingungen geknüpft worden wie beispielsweise die Einführung von Lärmschutzkopfhörer für Erzieher.