Erschreckende Dimensionen wirken nach

Sanierung sanitärer Anlagen weiterhin schleppend

Langenhagen (gg). Mit den Worten „Wir wollen Ihnen keine Angst machen“ erläuterte Elke Thielmann-Dittert vom Fachbereich Gebäudewirtschaft vor kurzem die Bestandsaufnahme der sanitären Anlagen in Langenhagens Schulen in der jüngsten Sitzung des Stadtplanungs-Ausschusses. Erschrockene Stille herrschte trotzdem unter den Ausschuss-Mitgliedern, denn trotz bereits erledigter Arbeiten auf den knapp 1.400 Quadratmetern Gesamtfläche sanitärer Anlagen in allen Schulen sind 43 Prozent noch sanierungsbedürftig; die Sanierungskosten liegen bei 1.800 Euro pro Quadratmeter. Hinzuzurechnen sind noch die sanitären Anlagen in Schulen, die nur von Lehrern benutzt werden und zudem die sanitären Anlagen in öffentlichen Gebäuden oder Sporthallen – zu Letzteren wurde keine Quadratmeterzahl präsentiert. Seit 2008 sind viele Sanierungen von Schüler-WCs durchgeführt worden, gut eine Million Euro sind so verbaut worden. Auf die Frage von Dagmar Janik, SPD-Fraktion, was unter „sanierungsbedürftig“ zu verstehen sei, erklärte Elke Thielmann-Dittert, dass es eine subjektive Beurteilung sei, „das Gesamtbild ist wichtig, eine Teilsanierung kommt in der Praxis nicht vor“. Sanierungen seien dringlich bei schadhaften Rohrleitungen kombiniert mit starker Geruchsbelastung, in der Praxis weniger wegen schadhafter Fliesen oder Spülkästen. Wolfgang Langrehr, SPD-Fraktion, mahnte an: „60 Quadratmeter sanierte Fläche pro Jahr (wie derzeit gängige Praxis) sind zu wenig! Dann würde es ja zehn Jahre dauern, bis alles fertig ist. Das ist so nicht zufriedenstellend, daher sollte im kommenden Haushaltsplan so viel Geld eingestellt werden, dass entsprechend zu den Personal-Kapazitäten gearbeitet werden kann.“ Einig war sich das Gremium, dass insbesondere in Bezug auf die Sporthallen mit katastrophalen sanitären Zuständen noch immens hohe Baukosten entstehen werden und dass eine Prioritätenliste erst vorliegen muss, bevor weiter zu Haushaltsmitteln entschieden werden kann. Stadtbaurat Carsten Hettwer wies auf Zusammenhänge hin, man müsse Gesamtumbaumaßnahmen im Blick haben, die Zukunft der gänzlich maroden Peko-Halle sei ohnehin ungewiss.
„Die WCs im Altbau des Gymnasiums sollen auf jeden Fall im nächsten Jahr saniert werden“, verspricht Maren Brandt im Gespräch mit dem ECHO zu den Plänen der Grünen-Fraktion. Vor wenigen Wochen hatte sie dem Schülerrat versprochen, sich für eine schnelle Sanierung einsetzen zu wollen. Sie fügte aber hinzu: „Das Ziel, einen ausgeglichenen Haushalt zu gestalten, werden die Grünen nicht aus den Augen verlieren. Man darf sich nicht scheuen, zu sparen.“ Schneller habe sie sich eine Auskunft der Verwaltung zu den Prioritäten gewünscht, dies sei in den nächsten Sitzungen zu thematisieren. Aber, „Wenn wie bisher 220.000 Euro pro Jahr verbaut werden, geht es voran“, so ihre Einschätzung.
Nicht hinnehmen wollen die Fraktionen CDU, BBL und SVG den laufenden Sparbeschluss von fünf Prozent im Schulbudget. In der nächsten Ratssitzung am Montag, 2. September, um 18 Uhr wird daher darüber beraten, diese Kürzung zurück zu nehmen.