Erstaunliche Fortschritte in kurzer Zeit

Romy Bierwirth (links hinten) ist stolz auf das Engagment und das Gruppengefühl in der Sprachlernklasse. (Foto: G. Gosewisch)

Deutsch als Fremdsprache für 17 Schüler

Langenhagen (gg). Ohne Deutschkenntnisse in die Schule gehen und lernen? Für 16 Mädchen und Jungen, die als Flüchtlinge aus Kriegsgebieten in Langenhagen angekommen sind, ist das kein Albtraum. Auf Weisung des städtischen Sozialdienstes lernen sie in der sogenannten Sprachlernklasse und halten parallel Anschluss an ihre eigentlichen Klassen im Regelunterricht. Möglich ist das für die Zehn- bis 18-Jährigen seit Anfang Februar am Gymnasium. Nach einer Aufrechnung des Stundenkontingents hat Schulleiterin Irene Kretschmer in Abstimmung mit der Landesschulbehörde die Option auf eine weitere Lehrkraft erhalten. Eingestellt wurde Romy Bierwirth, Lehrerin für Deutsch und Geschichte mit Zertifikat Auslandsgermanistik. Die 27-Jährige ist nun Klassenlehrerin für die Flüchtlinge, unterrichtet Deutsch (18 Wochenstunden) wie eine Fremdsprache und ist begeistert von der Lernbereitschaft und den Fortschritten ihrer Schüler. Ihre Kollegen Kerstin Reichart de Flores und Denis Stehr unterstützen sie, auch im Fach „darstellendes Spiel“. Mathe (vier Wochenstunden) unterrichten Ylva Brandt und Panagiotis Chatzianastassiou. Die Schüler können ein Jahr in der Sprachlernklasse bleiben, dann gibt es den vollständigen Übergang in die Regelklassen, in denen sie bis dato nur an acht Wochenstunden sind. Mehrere Nationen sind in der Sprachlernklasse vertreten: Syrien, Irak, Jemen, Russland, Brasilien und Kongo. Nicht alle Schüler können neben ihrer Muttersprache auch Englisch, manche sprechen Französisch. „Wir sind froh, dass alle mit dem lateinischen Alphabet vertraut sind und nicht nur arabische oder kyrillische Schrift kennen“, sagt Romy Bierwirth und ergänzt zur Mischung der Kulturen, „Wir lernen auch voneinander. Ich verstehe immer besser, dass ein gelassener Umgang Sinn macht. Die Schüler kommen auch im Durcheinander klar.“