Erweiterung des Weiherfeldes vorerst vom Tisch

Der Protest der Altenhorster hat Früchte getragen.

Sitzung des Ortsrats Kaltenweide in gereizter Atmosphäre

Kaltenweide (dl). Im Grunde war die jüngste Ortsratssitzung im vollbesetzten Niet Hus in Kaltenweide eine fast deckungsgleiche Kopie der letzten Sitzung vor einem Monat an selber Stelle. Kein Wunder, sind doch die Probleme nach wie vor die gleichen geblieben, zusätzlich noch verschärft durch eine geplante Erweiterung des Siedlungsgebiets Weiherfeld mit zusätzlichen circa 135 Wohneinheiten für rund 470 Bewohner. Was die Kaltenweider, mehrheitlich die Eltern, so erbost und auf die Palme bringt, ist der seit Jahren bestehende Mangel an Hortplätzen für ihre Kinder und die eklatante Raumnot in der Grundschule. Die drei Container für drei Klassen, die auf dem nicht genutzten Kleinkinderspielplatz zwischen Grundschule und der Verwaltungsstelle aufgestellt werden, könnten da nur ein provisorisches Hilfsmittel sein, den akuten Platzmangel in der Schule zu beheben. Darüber hinaus gibt es viel zu wenig Toiletten für die 469 Schüler, so ein weiterer Vorwurf der Eltern und an den Ortsrat gewandt, drängten sie darauf: „Wir erwarten vom Ortsrat, mehr für die Schulen zu unternehmen." Nach bevor also überhaupt an eine, noch dazu höchst umstrittene, Erweiterung des Wohngebiets gedacht werden könne, müsse als Erstes eine zweite Schule her, so die zum Teil hitzig und lautstark vorgebrachten Forderungen der Eltern. Der Vorsitzende des Schulelternrats, Andreas Eilers, rief dem Bürgermeister zu. „Beschließen Sie hier und heute den Bau einer neuen Schule“, nachdem ihm Bürgermeister Heuer dazu eine Vorlage gegeben hatte. „Wenn Sie das wollen, dann fordern Sie das doch. Die Politik müsste das dann beschließen“. Das drängende Problem fehlender Hortplätze dagegen scheint, zumindest vorerst, gelöst zu sein. Die Leiterin des Jugendamts, Heidi von der Ah, gab das Angebot der Kita an der Zellerie bekannt, die im Sommer frei werdenden Plätze als Hort nutzen zu können, was zu einer deutlichen Entspannung auf diesem Gebiet beitragen dürfte. Zudem hätten freie Träger ihre Hilfe bei der Vermittlung von Plätzen zugesagt. Eine bereits 2011 im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) ins Auge gefasste und im Oktober vergangenen Jahres erstmals der Öffentlichkeit vorgestellte, mögliche Erweiterung des Weiherfeld, stößt in der Bevölkerung Kaltenweides aus den erwähnten Gründen auf heftigen Gegenwind. Auch in den Seestädten, vornehmlich in Altenhorst regt sich Widerstand. Der Altenhorster Domenic Veltrup übergab Ortsbürgermeister Langrehr erneut eine Liste mit Unterschriften, etwa 1.200 sind es mittlerweile, gegen eine Erweiterung, weil die Altenhorster ein allmähliches Zusammenwachsen ihres Dorfes mit Kaltenweide und eine schleichende Zerstörung der Natur befürchten. Der von vielen so geschätzte, dörfliche Charakter Altenhorsts würde damit unweigerlich verlorengehen. Dazu kommt, dass die in Frage kommenden Grundstücke nordöstlich der Altenhorster Straße im Landschaftsschutzgebiet liegen. Gegen eine entsprechende Kompensation an anderer Stelle müssten diese also zuerst aus dem LSG herausgelöst und zu Bauland umgewidmet werden. Das wiederum ist zustimmungspflichtig seitens der Region als unterer Naturschutzbehörde. Was auch bedeutet, die Stadt würde die Grundstücke erst erwerben können, wenn von Seiten der Region Zustimmung signalisiert würde. Eine reine Absichtserklärung reicht dafür nicht aus und ein Kauf der Grundstücke auf Verdacht wäre Geldverschwendung, so Wirtschaftsförderer Jens Monsen. Was Bürgermeister Heuer aber dazu brachte, den Antrag der Verwaltung erbost zurückzuziehen, hatte weniger mit dem Protest der Eltern bezüglich der fehlenden Hort- und Schulplätze zu tun, was er durchaus nachvollziehen könne. Auch nicht unbedingt mit dem Widerstand aus Altenhorst gegen die Weiherfelderweiterung, sondern vielmehr mit dem Verhalten einiger Ortsratsmitglieder, die sich mit den Forderungen von Eltern und Gegnern der Erweiterung solidarisch erklärten. In vorangegangenen Gesprächen mit Heuer und dem Ortsrat wurden, so Heuer, keine entscheidenden Argumente gegen das geplante Vorhaben vorgetragen. Um so überraschter war Heuer dann von der Reaktion des Ortsrats. Das „Nein“ der Grünen wäre noch am ehesten erwartbar gewesen, Annette Spremberg(SPD) vertrat dabei allerdings eine gewisse: „Das Boot ist voll“ Haltung und forderte gar, weder Langenhagen im Allgemeinen noch das Weiherfeld im Besonderen dürfe weiter wachsen. Worauf die etwa 70 bis 80 Zuhörer auch noch begeistert applaudierten.