Erweiterung des Weiherfelds

Stadt will Bauland schaffen, Teilverlagerung aus dem LSG Wietzetal

Hannover/Langenhagen (dl). Der Regionsausschuss für Umwelt und Klimaschutz befasste sich im Haus der Region in seiner jüngsten Sitzung erstmals mit dem Vorhaben der Stadt Langenhagen, das Weiherfeld durch die Hinzunahme von neu geschaffenem Bauland zu erweitern. Vor dem Hintergrund einer gleichbleibend hohen Nachfrage nach Wohnraum aufgrund wachsender Bevölkerungszahlen ist eine entsprechende Vorgehensweise notwendig geworden, denn geeignete, stadteigene Baugrundstücke sind mittlerweile Mangelware. Alle Bemühungen diesbezüglich scheiterten bislang am wenig ausgeprägten Verkaufswillen der jeweiligen Grundstückseigentümer. Die jetzt für die Erweiterung vorgesehenen Flächen sind Teil des Landschaftsschutzgebietes Wietzetal und eine Löschung aus dem Landschaftsschutzgebiet (LSG) sowie die Ausweisung von Kompensationsflächen an anderer Stelle bedürfen der Zustimmung der Region, die als untere Naturschutzbehörde für diese Fragen zuständig ist. Die Sitzung des Umweltausschusses der Region war, wenn man so will, der Startschuss der politischen Beratungen zu diesem Thema, die nach den offiziellen Aussagen von Stadt und Region derzeit noch ganz am Anfang stehen. Deshalb gab es auch noch nichts, worüber der Ausschuss hätte abstimmen können. Allen bisherigen Prognosen zum Trotz und auch aufgrund der derzeitigen Flüchtlingssituation weisen die Bevölkerungszahlen der Stadt Langenhagen für den Vorhersagezeitraum bis 2025 stetig nach oben, was die Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt unverändert hoch hält. Mangels eigener Baugrundstücke sind die Erweiterungsmöglichkeiten in Langenhagen allerdings begrenzt, daher wurde seitens der Stadtverwaltung eine Verlagerung von Flächen aus dem LSG in das Auge gefasst. Ein 6,71 Hektar großes Gelände entlang der Altenhorster Straße im Osten des Weiherfelds soll aus dem LSG gelöscht werden und als Ausgleich dafür werden 8,33 Hektar des Wietzeparks als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen, so die Überlegungen dar Stadtplaner. Ein ähnliches Prozedere also wie seinerzeit im Fall des Ausflugsrestaurants Waldkater. Ein erster Entwurf eines Flächennutzungsplans sieht in Anlehnung an die bestehende Baustruktur im Weiherfeld eine 8,2 Hektar große Wohnungsbaufläche für eine verdichtete und flächensparende Bebauung mit Reihen- und Einfamilienhäuser vor. Die Erweiterungsfläche an der Altenhorster Straße sei, laut Aussage der Stadt, ein weitgehend strukturarmes Ackergebiet, das durch die landwirtschaftliche Nutzung vorbelastet sei und durch die Bebauung hinsichtlich des Schutzbedarfs von Flora und Fauna nur geringfügig beeinträchtigt wird. Sollte die Region grünes Licht signalisieren für das Vorhaben der Stadt, so sollen dort im ersten Bauabschnitt 135 Wohneinheiten für rund 470 Anwohner entstehen. Die Grünen im Umweltausschuss meldeten dagegen erste Bedenken an. Sie bemängelten zum einen das Fehlen einer Artenerhebung und teilen auch nicht die Einschätzung der Stadt hinsichtlich der Strukturen im Bereich der infrage kommenden Flächen. Zweifel äußerten sie auch an einer besonderen Schutzbedürftigkeit des Wietzeparks und zwar in Bezug auf die dort vorgesehene Kompensierung der Flächenverluste, die durch die Teillöschung aus dem LSG entstanden sind. In den nächsten Tagen wird es dazu einen ersten gemeinsamen Ortstermin mit Vertretern der Stadt und der Region geben. „Erst wenn die Region ihre Zustimmung gibt, können wir eine ernsthafte Planung vorlegen“, sagte Langenhagens Wirtschaftsförderer Jens Monsen. „Als Kommune müssen wir die Rahmenbedingungen schaffen, um die anhaltende Nachfrage nach Wohnraum erfüllen zu können. Sei es im Geschosswohnungsbau oder in Form von Eigenheimen, auch mit Grundstücksgrößen, die über die sonst üblichen 400 Quadratmeter hinausgehen. Als Kommune müssen wir daran interessiert sein, die Menschen, die in Langenhagen wohnen wollen, durch besonders attraktive Angebote an die Stadt zu binden.“