Es begann alles in der Gefängniszelle

Genießen die gemeinsame Zeit: Rosemarie und Erhard Krüger mit der stellvertretenden Bürgermeisterin Ulrike Jagau (rechts), die zum Gratulieren vorbeigekommen war. (Foto: O. Krebs)

Rosemarie und Erhard Krüger feierten jetzt ihre diamantene Hochzeit

Langenhagen (ok). Das ist schon ziemlich ungewöhnlich: Rosemarie und Erhard Krüger, die am Donnerstag ihre diamantene Hochzeit feierten, haben sich in der Gefängniszelle kennen gelernt. Bei den beiden handelt es sich aber glücklicherweise nicht um ein kriminelles Gangsterpärchen. Vielmehr war Erhard Krüger 1952 mit Freunden auf einer Fahrradtour nach Sylt, suchte im Kreis Steinburg im Süden Schleswig-Holsteins eine Übernachtungsmöglichkeit und fand sie bei Rosemaries Vater. Der war in der Gemeindeverwaltung tätig und bewohnte mit seiner Familie die rechte Seite eines Hauses. Die andere Hälfte war eben die Arrestzelle, die Erhard Krüger und seinen Freunden als Nachtlager dienten. Rosemarie und Erhard Krüger lernten sich an dem Tag kenne, fanden sich sehr sympathisch und blieben im regen Briefkontakt. Auch als Rosemarie für zwei Jahre nach Köln ging. Zwei Jahre lang besuchten sie sich ein- bis zweimal im Jahr, bevor es ab 1954 dann ganz schnell ging. Eine gemeinsame Fahrradtour platzte, weil sich Erhard Krüger den Arm gebrochen hatte, Rosemarie besuchte ihn 14 Tage lang in Herrenhausen. Ein Jahr später wurde die Fahrradfahrt nach Sylt dann nachgeholt, Ostern verlobten sich die beiden, bevor im November 1955 geheiratet wurde. Zur Familie gehören eine Tochter und ein Sohn und auch eine erwachsene Enkeltochter. Seit Dezember 1956 wohnen die beiden rüstigen Rentner in ihrer Eigentumswohnung „In den Kolkwiesen“, verreisen auch heute noch für ihr Leben gern. „Vor allen Dingen nach Tirol, da waren wir schon unzählige Male“, sagt Rosemarie Krüger. Demnächst soll es aber mal mit dem Flugzeug nach Mallorca gehen. Und auch beruflich haben Erhard und Rosemarie Krüger auf Kontinuität gesetzt. Der Jubilar hat 32 Jahre lang für ein Unternehmen als Maschinenbauer gearbeitet, berät heute noch eine Ingenieurbüro. Seine Frau hat erst für C & A gearbeitet, später dann bei Polygramm gleich um die Ecke. „Da konnte ich dann während der Arbeit immer auf unser Haus schauen“, sagt sie lachend. Die beiden Senioren erfreuen sich heute bester Gesundheit und hoffen noch auf viele gemeinsame Jahre.