"Es hilft, Druck zu machen"

Der Stadtelternrat trägt Problematiken und Lösungsansätze an die Politik heran. (Foto: L. Schweckendiek)

Diskussionen um Schulwege in der Hermann-Löns-Schule

Langenhagen. Über die Schwierigkeiten an Schulwegen diskutierten jetzt engagierte Eltern verschiedenster Grund- und weiterführender Schulen im Stadtelternrat. Für eine deutliche Positionierung, aber auch für einen fachlichen Input waren dazu Marco Zacharias und Anja Sander, Mitglieder des Langenhagener Bildungsausschusses, sowie Regionsabgeordneter und Verkehrsausschussmitglied Andreas Friedrich eingeladen. „Wir haben vor etwa zwei Wochen eine Haltestellenüberprüfung und Verkehrszählung durchführen lassen. Das Ergebnis war dort sehr eindeutig, was ich mir kaum erklären konnte. Laut unserer Auszählung gibt es weder Kinder, die an Bushaltestellen stehen gelassen werden, noch gibt es zu volle Busse. Diese Zählungen umfassten diverse Linien, die vom Schulzentrum abgingen. Auch die Befragung der Busfahrer spielte in dieses Gesamtbild hinein. Jetzt bin ich hier, weil mir dieses Thema sehr am Herzen liegt. Ich möchte nachbohren - mit einer zweiten Zählung. Immerhin höre ich immer wieder, dass dieses Phänomen 'an der Haltestelle stehen gelassen werden' gerade im Schulverkehr doch häufiger auftritt, als es sollte“, berichtet Friedrich. Auch Vertreter des Stadtschülerrats waren zu der Sitzung eingeladen, um aus erster Hand über die Verhältnisse in den Schulbussen zu berichten, was deckungsgleich mit den Schilderungen der Eltern von Ihren Kindern passierte. Die Elternvertreterin der IGS Langenhagen, Susanne Wöbbekind, berichtete: „Ich bin schon seit geraumer Zeit Elternvertreterin an der IGS und kann sagen: wir kämpfen mit diesem Problem seit 20 Jahren. Womit wir bisher die besten Erfahrungen gemacht haben, ist Druck zumachen. Wenn jedes Elternteil einzeln bei der ÜSTRA anruft, hinterlässt das erst Eindruck. Wenn dann noch die Unterstützung der Region Hannover dazu kommt, kann man sicher einiges bewegen.“ Auch Friedrich erinnert sich an diverse Gespräche und Aktionen zu diesem Thema: „Wir haben vor einigen Jahren das Problem kurzzeitig, mit einigen zusätzlich eingesetzten Bussen, beheben können. Mittlerweile bedarf es eben erneut Handlung.“ Auch Anja Sanders weiß, wovon die Eltern sprechen: „Auch meine Kinder haben bereits solche Erfahrungen gemacht. Als Mutter ist man dann jeden Morgen unsicher: kommen meine Kinder wohl in der Schule an?“ Mit einer Handlungszusage durch Andreas Friedrichs zu einer erneuten Zählung, die der Stadtelternrat persönlich unterstützen möchte, sowie dem Angebot eines „immer offenen Ohres aller Fraktionen“ der Stadt Langenhagen durch Marco Zacharias, geben sich alle beteiligten sehr zufrieden. Uwe Gülke, Vorsitzender des Stadtelternrats, betont: „Wir wollen uns in diesem Jahr darauf konzentrieren, uns auch zu einigen Themen konkret politisch zu positionieren, so wie wir es hier getan haben. Deshalb bleiben wir nicht nur in dieser Sache, sondern auch in anderen wichtigen Themen am Ball und laden entsprechend Experten zu unseren Sitzungen ein. Unsere Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit bedarf in dieser Richtung ein wenig Überholung, die wir nun angehen.“