"Es lohnt sich, nicht abzubrechen"

Kleine und Große feierten die Einweihung der Kaleb-Räume.Foto: O. Krebs

Kaleb-Regionalgruppe jetzt in der Niedersachsenstraße 44

Langenhagen (ok). Sechs Kinder hat Recit Ince, Inhaber des "Preisbrechers" an der Walsroder Straße, das Fünfte war allerdings nicht geplant. "Ich habe ernsthaft über eine Abtreibung nachgedacht, mich dann aber doch dagegen entschieden", so der Geschäftsmann. Zum Glück, so denkt er aus heutiger Sicht, sei sein Kind doch sein Sonnenschein, und er liebe es über alles. Und genau aus dieser Erfahrung heraus bewundert Ince das Engagement der Kaleb-Regionalgruppe Langenhagen und unterstützt sie gern mit einem monatlichen Einkaufsgutschein. Hinter dem etwas sperrigen Begriff Kaleb – er steht für "Kooperative Arbeit Leben ehrfürchtig bewahren" stehen konkrete Hilfsangebote für Schwangere; vor allen Dingen für werdende Mütter, die Zweifel haben, ob sie ihr Kind austragen sollen. "Wir bieten Gespräche an, um die eigene Lage zu klären, informieren über finanzielle Hilfen, helfen bei der Wohnungssuche und begleiten bei Behördengängen", sagt Birgit Karahamza, die die Gruppe vor etwa zwei Jahren mit ins Leben gerufen hat. Kontakte zu Selbsthilfegruppen werden vermittelt, Baby-Ausstattung bereit gestellt und auch Unterkunft – zum Beispiel vor der Entbindung – gegeben. All dies ist jetzt möglich, weil es eine zentrale Anlaufstelle in der Niedersachsenstraße 44 gibt. Die wurde am Sonntag eingeweiht, und Birgit Karahamza machte in ihrer Rede deutlich, dass "die Probleme und nicht die Kinder beseitigt werden müssen." Mütter und Väter sollen "Ja" zu ihren ungeborenen Kindern sagen. 40 Mal gebe es Kaleb bereits in Deutschland, sagte Kaleb-Geschäftsführer Gerd Steier aus Berlin und zog einen Vergleich mit der Fast-Food-Kette Mc Donalds: Der Unterschied zu Kaleb sei, dass Mc Donalds überall das gleiche Erscheinungsbild habe, allerdings sei erstrebenswert, dass es Kaleb auch in jeder Stadt gebe. Pastor Klaus Dörrie – die Elia-Gemeinde unterstützt das Projekt, hat in der Anfangszeit Räume zur Verfügung gestellt – unterstrich in seinen Worten, dass das Leben eine Gabe Gottes auf Zeit sei, niemand das Recht habe zu töten." Dörrie: "Es lohnt sich, nicht abzubrechen." Für die Zukunft sind regelmäßige Sprechstunden geplant; wer mit Kaleb in Kontakt treten will, kann Birgit Karahamza unter Telefon (0511) 58 87 30 oder unter (0176) 75 55 54 01 anrufen.