Es sprudelte nur so

Die Schülerinnen und Schüler sprudelten "von innen heraus".Foto: G. Gosewisch

Schulmusical am Gymnasium Langenhagen beeindruckt mit hohem Niveau

Langenhagen (gg). Feinen Theaterspaß bot das Projekt Schulmusical am Gymnasium Langenhagen an zwei Abenden. Was in der Vorbereitung und in den Proben noch als Mammutprojekt zu bewältigen war, präsentierte sich vor dem Publikum mit purer Leichtigkeit. 95 Schüler der Jahrgänge 5 bis 13 wurden von Projektleiterin Brigitta Ritter nach einem Casting vor den Sommerferien in ihre Rollen gebracht. „Wir probten an drei Nachmittagen mit vier weiteren Kollegen und es gab eine genaue Probendisposition“, erklärt die Musiklehrerin und weiter, „dienstags tanzten die Jüngeren in zwei parallelen Gruppen, mittwochs Chor und Schauspiel-Soloproben, freitags Band und Schauspiel-Gruppenproben. Die szenischen Proben und Gesamtorganisation habe ich übernommen, daher war ich auch bei allen Arbeitsterminen dabei.“ Aus dem Kollegium beteiligt waren für den Bereich Tanz Mathias Schulze, für den Bereich Chor Antje Metzner, für die Gesangssolisten Ute Neuhaus, für die Kulisse Linda Scheckel und für die Band Matthias Christ. Als ein insgesamt riskantes Projekt beschreibt Ritter das Schulmusical. Zwar sei die große freiwillige Beteiligung fantastisch, und es wurde mit viel Lust und Disziplin gearbeitet, aber ein Improvisationstheater sei etwas Besonderes: „ Wir haben mit den Schülern gemeinsam die Szenen entwickelt. Das hat den Vorteil, dass die Schüler nicht mühsam Texte auswendig lernen müssen. Sie spielen sozusagen ´von innen heraus´. Der Nachteil ist, dass das ein zeitlich eigentlich nicht kalkulierbares Unternehmen ist. Aber es ist gut gegangen, aus den Schülern sprudelte es nur so heraus.“
Zur Begeisterung des Publikums gestalteten die Schüler auf der Bühne einen humorvollen Blick auf ihr Leben. Liebesgeschichten, die der Schulalltag schreibt, bekamen einen selbstironischen Überguss. Pointenreich und einfach witzig gelang die szenische Darstellung. Unter dem positiv mitreißenden Motto "Ich will fühlen, dass ich lebe" beeindruckten die Kompositionen der Schüler und insbesondere die musikalische Leistung der Band. Auch die Licht- und Tontechnik lag in den Händen der Schüler und trug maßgeblich zum Gelingen des Musicals bei. So wurde beispielsweise die Szene "Tango extrem" in tiefstes rotes Licht getaucht. Aus der Not der fehlenden Ausstattung des schlichten Bühnenbilds wurde ein gewolltes modernes Stilmittel gemacht und damit die Choreografie und die Musik professionell in ihrer Qualität betont. Solisten wie Tjaard Kirschtowski an der E-Gitarre faszinierten. Eine der Hauptrollen wurde von Caroline Niesmak gespielt und gesungen, sie brachte eigene Kompositionen ein und hat schon einige Bühnenerfahrung über Workshops am Opernhaus Hannover. Ihr Szenenpartner Florian Wenk stand ihr nicht nach, trotzdem er das erste Mal im Rampenlicht stand.
Der Erfolg ist mehr als Bestätigung für das Engagement von Brigitta Ritter, die sich aktiv im Verband Deutscher Schulmusiker und im Deutschen Musikrat im Bereich der kulturelle und künstlerischen Bildung engagiert und über Fortbildungen das Prädikat Grundlagenausbildung Theaterpädagogik erworben hat. Sie ist überzeugt: „Für ein Wachsen der Persönlichkeit ist es einfach wichtig, zu spielen, zu gestalten und sich erproben zu können. Schüler haben ein Bedürfnis nach Kreativität. Am Gymnasium Langenhagen gibt es kein Unterrichtsfach 'Darstellendes Spiel'. Ich halte Theaterspielen allerdings für eine wesentliche Ausdrucksform.“