Es wird kontinuierlich mehr

Das Team der Langenhagener Lebensberatungsstelle.

Lebensberatungsstelle: vier bis sechs Wochen für einen Termin

Langenhagen (ok). Die Zahl der Beratungsfälle steigt kontinuierlich – zuletzt auf 491 im Jahr 2012; die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter allerdings nicht. „So dauert es etwa vier bis sechs Wochen, bis der oder die Ratsuchenden einen Termin bekommen“, sagt Hans-Günter Schoppa, Leiter der Lebensberatungsstelle. Früher waren es etwa zwei Wochen. Sollte allerdings schneller Handlungsbedarf bestehen, werde kurzfristig reagiert, verspricht Schoppa. Etwa die Hälfte der Fälle gehört zum Bereich Ehe- und Lebensberatung, die andere zur Familien- und Erziehungsberatung. Was die Ehe- und Lebensberatung angeht, so hat Schoppa zwei Schwerpunkte ausgemacht: die 27- bis 35-Jährigen, die sich in der Gründungsphase befinden und die über 60-Jährigen, die im Gegensatz zu früher ihre Beziehung durchaus kritisch hinterfragten. In Sachen Erziehung gibt es zwei Ausreißer nach oben: die drei- bis sechsjährigen Jungen und die zwölf- bis 15-jährigen Mädchen, bei denen natürlich die Pubertät voll durchschlage. Und noch auffällig: Relativ viele Mitmenschen mit Migrationshintergrund nähmen die Beratung in Anspruch – etwa 15 Prozent bei der Ehe- und Lebensberatung und 20 Prozent bei der Familienberatung. Diplom-Psychologe Bernd Buchholz – seit 2007 bei der Lebensberatungsstelle, die jetzt in der Ostpassage 11 sitzt, macht zunehmenden Bedarf und Nachfrage an Zahlen fest: Waren es vor sechs Jahren im Mai noch 98 Anmeldungen; so sind es im Juni 211. Was den Personalschlüssel betrifft: Fünf Frauen und Männer teilen sich 2,25 Stellen; alle sind sich einig, dass eine Vollzeitstelle die Situation entscheidend entlasten würde. „Wirtschaftskrise und Zukunftsängste sorgen auch für erhöhten Beratungsbedarf“, sagt Diplom-Sozialpädagogin Martina Ücker. Viele Eltern seien auch mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert, verspürten einen inneren Druck, hielten Stimmungsschwankungen nicht aus und gäben den Kindern keinen Raum. Aber zugegebenermaßen seien auch die Anforderungen an die Eltern gestiegen. Hans-Günter Schoppa: „Wir sind hier nicht diakonisch und seelsorgerisch tätig.“ Es komme nicht erst die Diagnose und dann die Versorgung, sondern es werde präventiv gedacht. Aber es gelte trotz einer Eigenbeteiligung der Klienten, die ungefähr zehn bis 15 Prozent der Gesamtkosten ausmachen, der Grundsatz: „Keine Beratung soll am Geld scheitern!“